Rheinfelden

Restaurants können wegen der Coronakrise nicht mehr bestellen: getrübte Stimmung auf der Shrimpsfarm

Die Shrimps aus Rheinfelden sind innerhalb eines Tages nach der Ernte in den Läden.

Die Shrimps aus Rheinfelden sind innerhalb eines Tages nach der Ernte in den Läden.

Die Swiss Shrimp AG in freut sich über mehr Bestellungen zu Ostern – kämpft aber gleichzeitig mit den Folgen der Coronakrise, denn mit der Gastronomie ist ein wichtiges Standbein von einem Tag auf den anderen weggebrochen.

Ostern ist traditionell die Zeit für Fischgerichte. Das merkt auch die Swiss Shrimp AG, die Crevettenfarm in Rheinfelden. Im Detailhandel – erhältlich sind die Shrimps unter anderem bei Migros und Coop in Filialen mit grosszügigen Fischtheken – sei die Nachfrage in den letzten Tagen stark gestiegen, sagt Rafael Waber, Geschäftsführer und Mitgründer des Unternehmens. Und auch Privatkunden bestellen vermehrt. «Wir haben bis zu 50 Bestellungen an einem Tag. Das sind zehnmal mehr als normal», so Waber.

Überhaupt hat das Unternehmen nach dem Markteinstieg vor rund einem Jahr einen guten Start hingelegt. Die Absatzmengen «stiegen langsam und stetig an», sagt Rafael Waber. Das war durchaus so geplant: «Produktion und Vertrieb müssen synchronisiert werden und sich die Waage halten. Dies ist bei Lebendtieren und einer komplett neuen Shrimpsfarm eine grosse Herausforderung.»

Neben den Detailhändlern gehören Gastronomen zu den grössten Abnehmern. Insgesamt konnten im ersten Jahr rund 15 Tonnen Shrimps verkauft werden. «Unser Produkt wird im Markt sehr gut aufgenommen», sagt Waber. «Trotz des deutlich höheren Preises können die Konsumentinnen und Konsumenten differenziert beurteilen, weshalb es sich bei unserer Delikatesse um ein ganz anderes Produkt handelt.»

Waber verweist damit unter anderem darauf, dass die Shrimps in Rheinfelden komplett antibiotikafrei gezüchtet werden und innerhalb eines Tages nach Ernte im Laden oder auf dem Teller sind.

Gastronomie als Standbein ist weggebrochen

Der Geschäftsführer hätte also eigentlich viel Grund zur Freude. Nur: Seit einigen Wochen befindet sich auch die Shrimpsfarm im Ausnahmezustand. Der Absatzbereich Gastronomie – und damit eines von zwei Standbeinen – fiel wegen der Coronakrise von einem Tag auf den anderen weg. Der Umsatz ist regelrecht eingebrochen. «Dies ist für uns während mehrerer Wochen oder gar Monate nur schwierig zu verkraften», sagt Waber. Auch das Ostergeschäft vermag den Ausfall nicht auszugleichen.

«Die jetzige Situation ist für uns als Start-up deshalb eine grosse Herausforderung. Wir prüfen derzeit, wie wir damit umgehen können», sagt Waber.

Auch innerhalb der Produktion und bei der Prozessierung – in den Bereichen Ernte, Verpackung und Logistik – musste das Unternehmen Massnahmen ergreifen. So wurden zwei Teams gebildet, die keinen Kontakt zueinander haben und versetzt eingesetzt werden. «Der Personalaufwand ist dadurch leider nicht gesunken, sondern eher gestiegen», sagt Waber. Kurzarbeit mache aber keinen Sinn. «Einerseits, weil wir lebende Tiere betreuen, andererseits wollen wir die noch verbleibenden Kunden mit der genau gleich hohen Frische- und Servicequalität bedienen können», sagt Waber.

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