Umfrage

Rheinfelden ist eine eine Stadt zum Verlieben

Höhenflug: Die Rheinfelder leben gerne in ihrer Stadt. 83 Prozent besuchen mindestens einmal pro Monat die Schwesterstadt – zum Einkaufen.

Höhenflug: Die Rheinfelder leben gerne in ihrer Stadt. 83 Prozent besuchen mindestens einmal pro Monat die Schwesterstadt – zum Einkaufen.

Eine Umfrage hat ergeben, dass die Bevölkerung gerne in der Zähringerstadt lebt. Sorgen bereiten den Einwohnern der Verkehr und die Baustellen.

Die Rheinfelder lieben ihr Städtchen: 98 Prozent leben «eher gerne» bis «sehr gerne» in der Zähringerstadt. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die der Stadtrat im Mai bei 503 Einwohnern über 18 Jahren durchführen liess.

Gegenüber der letzten Bevölkerungsumfrage von 2010 nahm der Anteil der Zufriedenen zwar um ein Prozent ab. Da aber gleichzeitig der Anteil jener, die «sehr gerne» in Rheinfelden leben, um 5 auf 77 Prozent gestiegen ist, zeigte sich Stadtammann Franco Mazzi, wenig verwunderlich, mit dem Ergebnis «sehr zufrieden».

Was den FDP-Politiker und seine vier Stadtratskollegen zusätzlich freut: In einer zweiten Befragung, die das statistische Amt des Kantons Zürich bei Zu- und Wegzügern in 20 Aargauer, Zürcher und St. Galler Gemeinden durchgeführt hat, belegte Rheinfelden hinter Baden Platz zwei. Das heisst: Auch die Wegzüger geben Rheinfelden überdurchschnittlich gute Noten.

Es grünt so grün

Besonders geschätzt werden von den Rheinfeldern die Lage, die Verkehrsverbindungen sowie die Natur- und Grünflächen. Bei Letzteren sind die Zustimmungswerte gegenüber den Umfragen von 2006 und 2010 markant gestiegen. «Die Anstrengungen der Stadt sind im Bewusstsein der Einwohner angekommen», freut sich Mazzi.

Angekommen ist bei vielen Einwohnern aber auch, dass man in Rheinfelden eher beschwerlich vorankommt: Die grössten Sorgen bereiten den Leuten die (zu) hohe Verkehrsbelastung sowie die zahlreichen Baustellen. Letzteres erstaunte selbst Mazzi, denn vor vier Jahren bezeichneten erst 1 Prozent der Befragten die Baustellen als eine der Hauptsorgen – in diesem Jahr waren es 17 Prozent; für 13 Prozent sind die Grabungen auf offener Strasse sogar die grösste Sorge überhaupt.

Tempo 30 in allen Quartieren

Dass der Stadtrat diese Sorgen ernst nehmen will, zeigt ein Blick auf die rund 100 Massnahmen, die das Gremium auf der Basis der Befragungen sowie der Investitionsplanung in das Legislaturprogramm 2014/17 goss.

Ein zentraler Bereich darin ist der Verkehr. Mit rund 20 Massnahmen will der Stadtrat in den nächsten vier Jahren die Verkehrssituation in und um das Städtchen verbessern. Dabei wird dem Langsamverkehr «hohe Priorität eingeräumt», wie es in der Strategie heisst, «und der Durchgangsverkehr wird möglichst auf die Autobahn verwiesen».

Umgesetzt werden soll dies unter anderem mit Tempo 30 in allen Quartieren, der Sanierung verschiedener Strassen, einem Radweg «Bahnhof SBB–S-Bahnhof Augarten», einem Mobilitätsmanagement für Arbeitsstätten, neuen Bushaltestellen sowie mit der Einführung eines Linienbusses an den Kapuzinerberg, einem alten Anliegen der Anwohner.

Schulqualität ist zentral

Als besonders wichtig für den Wohnort erachten viele die Qualität von Schulen und Kindergärten. «Dieser Punkt wird seit der ersten Befragung am häufigsten genannt», erklärt Mazzi dazu. Ebenfalls als sehr wichtig werden die Grünanlagen und Pärke, die Luftqualität, die öffentliche Sicherheit und das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln genannt. Besonders erfreulich für die Stadtväter und -mütter: Bei vielen der wichtigen Wohnorteigenschaften – etwa bei den Grünanlagen, der Erreichbarkeit mit dem Auto oder dem öV – schneidet Rheinfelden besser ab als bei der Befragung vor vier Jahren.

Zu wenige Restaurants

Einzig beim Angebot an Restaurants, dem Bildungs- und Weiterbildungsangebot sowie dem Wohnungsangebot sind die Werte signifikant schlechter als vor vier Jahren. Während der Rückgang beim Bildungsangebot wohl auf die Schliessung der Migros-Klubschule zurückzuführen ist, hat das schlechtere Abschneiden beim Wohnungsangebot selbst Mazzi «etwas überrascht, wenn man sieht, wie viel gebaut wird». Als kritisch eingestuft wird von den Einwohnern neben diesen Punkten ein allgegenwärtiger Dauerbrenner: der Lärm.

Weniger «Nebengeräusche» als die Kollegen in Baden produzieren Mazzi und sein Team. Das danken ihnen die Rheinfelder mit einer unverändert hohen Akzeptanz der stadträtlichen Arbeit. 77 Prozent sind zufrieden bis sehr zufrieden, nur 10 Prozent sagen explizit: Die Arbeit ist ungenügend.

Noch besser schneidet die Verwaltung ab: 86 Prozent der Befragten geben ihr ein gut bis sehr gut. Erstaunliches Detail: 59 Prozent der Befragten hatten in den letzten 12 Monaten Kontakt mit der Verwaltung – 43 Prozent davon sprachen persönlich vor. «Das zeigt, wie wichtig das Stadtbüro ist», so Mazzi.

Ebenfalls als gut bewertet wird die Kommunikation der Stadt. Mit Abstand der wichtigste Informationskanal für News aus der Stadt ist dabei die Zeitungslektüre. Die Medien nutzen 73 Prozent als Infokanal, die Website der Stadt 20 Prozent.

Auf Einkaufstour

Über die Grenze, dies eine weitere Erkenntnis der Befragung, zieht es nahezu alle Befragten mindestens einmal pro Jahr; 83 Prozent besuchen die Schwesterstadt sogar mindestens einmal pro Monat. Der häufigste Grund für den Grenzgang ist, das erstaunt wenig, der Einkauf. 85 Prozent gehen nach badisch Rheinfelden, um zu shoppen. Auf Platz zwei folgt mit 31 Prozent der Ausgang.

Wenn sie gehen, dann nehmen die meisten Rheinfelder das Auto (55 Prozent). 22 Prozent gehen zu Fuss über die Grenze, 21 Prozent treten dafür in die Pedale – und nur 2 Prozent nehmen den Bus.

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