Rheinfelden
Polizei löst Stand von Scientology auf – weil diese die Auflagen der Stadt missachtet

Um zu verhindern, dass Personen getäuscht werden, beschloss der Stadtrat, dass Stand und Mitarbeiter deutlich mit der Aufschrift «Scientology» angeschrieben werden müssen. Weil dies ignoriert wurde, machte die Polizei kurzen Prozess. Das freut die Scientology-Gegner.

Dennis Kalt
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Zuletzt führte Scientology seine Standaktionen am Storchennestturm durch.

Zuletzt führte Scientology seine Standaktionen am Storchennestturm durch.

Bild: zvg (26. Juni 2021)

Die Standaktionen von Scientology beim Storchennestturm in Rheinfelden sorgten zuletzt immer wieder für Unruhe im Städtchen. Neben Reklamationen von Anwohnern kam es auch zu gegenseitigen Provokationen vor Ort zwischen Scientology und deren Gegnern, die sich als «Freie Anti-Scientology Aktivisten» bezeichnen. Dies veranlasste den Stadtrat Ende Mai, neue und schärfere Regeln für die Standaktionen von Scientology – und deren Gegnern – zu beschliessen.

Am Samstag war Scientology erneut mit einem Stand in der Stadt zugegen. Wie Stadtschreiber Roger Erdin sagt, musste die Regionalpolizei bei der Überprüfung der Standaktion zum wiederholten Male feststellen, dass die Auflagen des Gemeinderates nicht eingehalten werden:

«Namentlich war der Stand nicht in genügender Weise als Aktion der Organisation Scientology gekennzeichnet, und ein Mitarbeiter war ungenügend angeschrieben.»

Aufgrund dessen löste die Polizei die Standortaktion auf. Gemäss dem Beschluss des Stadtrates muss unter anderem der Standplatz auf allen Seiten für alle Passantinnen und Passanten klar ersichtlich mit dem Schriftzug «Scientology» gekennzeichnet sein. Auch die Standplatzmitarbeiter müssen als Scientologen angeschrieben sein.

Denn so sei es unter anderem dazu gekommen, dass Passantinnen und Passanten getäuscht wurden, indem die Organisation nicht als Scientology, sondern etwa unter der Bezeichnung «Dianetik» in der Stadt auftrat. Wie Erdin sagt, habe Scientology im Moment keine weiteren Standaktionen beantragt.

Ein Scientology-Stand in Rheinfelden.

Ein Scientology-Stand in Rheinfelden.

Bild: zvg/Aargauer Zeitung

Die Freude über die Standauflösung verhehlen die «Freie Anti-Scientology Aktivisten» nicht. In einer Mitteilung heisst es: «Es freut uns sehr, dass sich Scientology nicht an die Vorgaben der Stadt Rheinfelden gehalten hat und so keine Möglichkeit hatte, Passanten anzusprechen respektive neue Mitglieder zu rekrutieren.»

Scientology-Sprecher Dierk Clausen sagt, der Sachverhalt würde derzeit mit der Polizei geprüft. «Dann werden wir eine Entscheidung hinsichtlich weiterer Massnahmen treffen.» Man woll auch weiterhin über die «Scientology Religion» informieren, um der Öffentlichkeit «unser religiöses Anliegen» näher zu bringen. Dabei würde man die Absprachen mit der Polizei selbstverständlich beachten.

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