Rheinfelden
Ungewöhnliches Konzert: Orchester spielt vor einem Berg voll Salz

Das Capriccio Barockorchester konzertierte am Samstagabend im Saldome 2, einer Lagerhalle für Auftausalz der Saline Ryburg. Optisch untermalt wurde das Konzert mit farblich den jeweiligen Stimmungen angepassten Lichtstrahlern.

Peter Schütz
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Das Capriccio Barockorchester konzertierte am Samstagabend vor einem Berg voller Auftausalz.

Das Capriccio Barockorchester konzertierte am Samstagabend vor einem Berg voller Auftausalz.

Peter Schütz / Aargauer Zeitung

Was sich exotisch anhört, war eine Gelegenheit, klassische Musik in speziellem Umfeld zu hören. Am Samstagabend konzertierte das Capriccio Barockorchester aus Rheinfelden im grössten Holzkuppelbau Europas auf dem Werkgelände der Schweizer Salinen.

Im Saldome 2, einer Lagerhalle für Auftausalz der Saline Ryburg, präsentierte das 22-köpfige Orchester Werke von Jean-Philippe Rameau und Johann David Heinichen, zwei Komponisten aus dem 18. Jahrhundert. Das Besondere an dem Auftritt: Orchester und Publikum befanden sich am Rand eines imposanten konischen Schüttkegels aus Salz. Denn der nächste Winter kommt bestimmt, weshalb der Saldome 2 schon gut gefüllt ist.

200 Millionen Jahre alte Salzvorräte

Die Lokalität entsprach dem Thema, dem sich das Capriccio im Rahmen seiner aktuellen Aargauer Konzertreihe verschrieben hat: die Erde. Nach den klangvollen Reisen zu den Wasseradern des Kantons, dem musikalischen Feuerwerk der Saison 2019/20, dem darauffolgenden frischen Wind in «alter Musik», grub es nun auf dem Boden, unter dem über 200 Millionen Jahre alte Salzvorräte liegen, musikalische Schätze aus. Für die Veranstaltung bestand Covid-Zertifikatspflicht. Auch die Capriccio-Mitarbeitenden mit Kontakt zum Konzertpublikum verfügten laut Veranstalter über ein gültiges Covid-Zertifikat. Dadurch entfielen Maskenpflicht und Abstandsregeln. Trotzdem waren die Sitzplätze mit Abstand positioniert.

Damals war die Akustik problematisch

Carlo Habich, Delegierter für Solungsfelder und Nachhaltigkeit der Schweizer Salinen, freute sich über den guten Konzertbesuch. Ein Produktionswerkzeug sei normalerweise keine Eventhalle, bemerkte er. Aber: Das Aargauer Sinfonieorchester hatte schon im Jahr 2012 zur Eröffnung des Saldome 2 aufgespielt. Die Akustik sei damals jedoch problematisch gewesen, blickte Habich zurück, weil der Kuppelbau nur geringfügig gefüllt war. «Jetzt ist er voll», so Habich, «ich bin gespannt auf die Akustik.» Unter den Gästen befand sich auch Reto Nussbaumer, kantonaler Denkmalpfleger.

Optisch untermalt wurde das Konzert mit farblich den jeweiligen Stimmungen angepassten Lichtstrahlern.

Optisch untermalt wurde das Konzert mit farblich den jeweiligen Stimmungen angepassten Lichtstrahlern.

Peter Schütz / Aargauer Zeitung

Was die Raumakustik betraf, konnte das Publikum nach den ersten Tönen aufatmen: Der Klang des Orchesters war voll und kam auch in den hinteren Reihen gut an – obwohl es ohne technische Verstärkung spielte. Die Werke von Jean-Philippe Rameau und Johann David Heinichen kamen optimal zur Geltung. Was nicht nur an der Akustik lag, sondern auch an der Spielfreude und Konzentriertheit des Orchesters. Dieses entwickelte unter der Leitung von Dominik Kiefer eine Opulenz, die jedes Konzertsaals würdig gewesen wäre. Optisch untermalt wurde das Konzert mit farblich den jeweiligen Stimmungen angepassten Lichtstrahlern. Wodurch der Salzdome gelegentlich eine Wärme wie bei einem Sonnenuntergang ausstrahlte.

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