Hans Gloor versuchte gar nicht erst, die Situation zu beschönigen. «Das war eine herbe Enttäuschung», sagte der Stadtrat am Rande der Rheinfelder Gemeindeversammlung zum Projekt Rheinsteg. Zur Erinnerung: Im Oktober endete die Ausschreibung für den Bau des Stegs – mit für Rheinfelden enttäuschendem Resultat. Statt auf 6,4 Millionen Euro kommt die geplante Fussgängerbrücke plötzlich auf gut 10 Millionen Euro zu stehen. «Das günstigste Angebot liegt deutlich höher als der Kredit, den die Gemeindeversammlung im März 2016 bewilligt hatte», sagte Gloor und machte keinen Hehl daraus, dass es «unter diesen Umständen nicht möglich ist, den Steg zu realisieren.»

Im Gespräch mit Firmen

Das soll aber nicht das Ende des Projekts sein. «Wir geben die Hoffnung noch nicht auf», so Gloor. Vielmehr erklärte er die weiteren Schritte der beiden Rheinfelden. «Gemeinsam mit unserer Schwesterstadt sind wir derzeit an der Analyse der Submissionsergebnisse», so Gloor. «Dabei zeigt sich bereits jetzt, dass sich nicht alle Kostensteigerungen erklären lassen und einiges auch auf eine ungenügende Wettbewerbssituation schliessen lässt.»

Die Verantwortlichen führen deshalb Gespräche mit den beiden Firmen, die ein Angebot eingereicht haben. «Dabei möchten wir herausfinden, ob sich die offerierten Kosten durch Projektanpassungen oder durch eine zeitliche Verschiebung der Realisierung senken lassen», so Gloor. Eine Möglichkeit sei auch, eine neue Ausschreibung und dabei «eine Trennung und separate Ausschreibung der Arbeitsgattungen».

Zahlt der Bund mehr?

Die Städte gehen ausserdem noch einmal auf die beiden Länder zu – denn sowohl Deutschland wie auch die Schweiz hatten eine Beteiligung am Projekt gesprochen. Bund und Kanton steuern auf Schweizer Seite über zwei Millionen Franken bei. «Diese Beiträge sind aber mit Betrag fest zugesichert und wachsen nicht mit der Kostensteigerung», sagte Gloor. «Geprüft wird deshalb derzeit auch auf beiden Rheinseiten, ob die beiden Länder ihre Beiträge für das Projekt erhöhen.»

Sobald weitere Details klar seien, werde die Öffentlichkeit wieder informiert, so Gloor. Und gegebenenfalls der Gemeindeversammlung ein neuer Kreditantrag unterbreitet.