Gipf-Oberfrick

«Rössliwiese» sorgt für Verwirrung – die Gmeind weist das Geschäft zurück

Die «Rössliwiese» sorgte für Diskussionen.

Die «Rössliwiese» sorgte für Diskussionen.

Die Gipf-Oberfricker weisen das Projekt zurück – und sagen Ja zum Tempo-30-Gutachten.

Für einen kurzen Moment herrschte am Freitagabend Verwirrung in der Gipf-Oberfricker Mehrzweckhalle. Die Gemeindeversammlung war bei Traktandum vier angelangt, «Kredit von 50'000 Franken und Folgekosten von jährlich 8000 Franken für eine öffentliche Allmend auf der Rössliwiese». Geplant war etwa ein Aufenthaltsbereich an der Einmündung des Mosterbachs in den Bruggbach sowie ein Wegnetz zwischen den bestehenden Obstbäumen. «Das ist eine einmalige Chance, diese Fläche an solch zentraler Lage einer öffentlichen Nutzung zuzuführen», sagte Gemeindeammann Regine Leutwyler.

Ein Votant kritisierte allerdings, dass so nahe an der viel befahrenen Landstrasse kaum ein Ruhe- und Entspannungsort entstehen könne, wie dies vom Gemeinderat beschrieben werde. Stattdessen forderte er Spazierwege entlang des Mosterbachs und des Bruggbachs sowie eine Brücke über den Mosterbach. Zur Landstrasse hin dagegen stelle er sich statt eines Wegnetzes eine Blumenwiese und Obstbäume vor. Sein mündlich vorgetragener Änderungsantrag wurde angenommen.

Und dann eben herrschte plötzlich Verwirrung – und zwar darüber, was der Antrag genau beinhaltet hatte. Soll der geplante Treffpunkt bei der Bushaltestelle doch gebaut werden? Und welche Wege sollen gestrichen werden? Die Diskussion darüber dauerte noch einmal einige Minuten. Bis ein weiterer Votant das Wort ergriff und einen Rückweisungsantrag stellte. «So können wir nicht entscheiden», meinte er. Ein Grossteil der Anwesenden schien gleicher Meinung zu sein. Jedenfalls stimmten sie dem Antrag zu.

Auch das folgende Traktandum – ein Kredit für die Projektierung der Entwicklung in der Dorfmitte – wurde mit deutlichem Resultat zurückgewiesen. Dies mit dem Auftrag an den Gemeinderat, eine «abgespeckte Variante» vorzulegen. Die Kredite für die Sanierung des Gänsackerwegs (710000 Franken) und die Komplettsanierung des Oberen Schulhauses (4,3 Millionen Franken) gingen danach verhältnismässig zügig durch. Womit die Versammlung das Traktandum 8 erreichte: das Budget 2020.

Tempo-30-Fachgutachten kann erstellt werden

Wobei vor allem ein Posten darin die Gemüter noch einmal erhitzte. Der Gemeinderat nämlich hat im Budget 25000 Franken für ein Fachgutachten zu Tempo 30 auf den Quartierstrassen eingestellt. Ein Thema, das Gipf-Oberfrick in den letzten Jahren bereits mehrmals beschäftigte. Diskutiert wurde auch diesmal. Ein Änderungsantrag eines Votanten, wonach der Posten aus dem Budget zu streichen sei, wurde aber abgelehnt. Vizeammann Georg Schmid brachte es schliesslich auf den Punkt: «Wir brauchen dieses Fachgutachten, damit wir über Tempo 30 endlich mit Fakten und nicht nur mit Emotionen diskutieren können.» Das Budget wurde daraufhin deutlich angenommen. Das Fachgutachten wird nun erstellt und 2020 präsentiert werden.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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