Rauchverbot, hohe Preise durch die Mehrwertsteuer, der Wettbewerb mit dem Gastgewerbe jenseits der Landesgrenze und die Konkurrenz durch Vereinslokale: Die Gründe für die erschwerten Bemühungen der Fricktaler Wirte, Kundschaft für einen Besuch der Gasthöfe, Bistros und Restaurants zu gewinnen, sind vielfältig.

Ein schöner Sommer mit gefüllten Gartenwirtschaften hätte dem Geschäft besonders gut getan. Doch die nasskalten Witterungsverhältnisse in den Sommermonaten luden nur selten zum Verweilen im Freien ein. Die az hat verschiedene Gastronomen im Fricktal zu den Gästezahlen im trüben Sommer befragt. Die Stimmung ist unterschiedlich.

Trotz Regen gute Zahlen

«Wenn es nach mir geht, kann nochmals ein solcher Sommer kommen. Uns ging es fast schon zu gut und wir konnten mit 45 Prozent über dem Budget abschliessen», freut sich Danny Ende, Geschäftsführer vom Feldschlösschen Restaurant in Rheinfelden, im Rückblick auf die vergangenen Monate. Trotz des eher durchzogenen Sommers hatte er keinen Rückgang der Gäste zu verzeichnen und das verregnete Wetter vermochte die Bilanz seiner Gaststätte nicht im Mindesten zu trüben.

Selbst der Aussenbereich mit dem Biergarten war auf Anfrage stets gut besetzt. Ruedi Rickenbach vom Restaurant Adler in Gipf-Oberfrick kann auch nicht klagen: «Wir hatten einen Sommer wie eh und je. Von den Temperaturen her konnten die Gäste problemlos draussen sitzen. Wir spüren also keinen Unterschied zu vergangen Jahren.«

Diese Aussagen erstaunen, denn die Vermutung liegt nahe, dass trübe Witterungsverhältnisse nicht dazu einladen, in Gartenwirtschaften Platz zu nehmen und dass sich die allfällig ausbleibenden Gäste spürbar auf den Umsatz auswirken. Tatsächlich stimmen nicht alle Gastrobetriebe im Fricktal in den Lobgesang auf einen gelungenen Sommer ein. Vielmehr zeichnet sich ein gemischtes Bild ab.

Leere Gartenwirtschaften

Während viele Wirte froh über vergleichsweise zufriedenstellende Gästezahlen sind, haben andere Gastronomen Einbussen durch fehlende Kundschaft in Kauf nehmen müssen. Die Phare Rouge in Oeschgen setzt unter anderem auf Biker, die auf ihren Ausflügen hier einkehren.

Diesen Sommer hat Wirt Töni Taiani diese Zielgruppe schmerzlich vermisst und ihr Fehlen hat sich auf die Bilanz ausgewirkt. Er macht geltend, dass der Frühschoppen in den Sommermonaten fast gänzlich ausgefallen ist. «Wir spüren es immer, wenn die Terrasse nicht besetzt ist. Der Juli und August waren vergleichsweise ruhige Monate mit einer Umsatzeinbusse von rund 15 Prozent», meint er, verweist aber auf den schönen Juni, von dem man mit guten Zahlen profitieren konnte.

Anne Weber von der Taverne zum Adler in Laufenburg kämpfte mit dem gleichen Problem. Die malerische Altstadt lädt an sonnigen Tagen zum Flanieren durch die Gassen und zum Verweilen in den Gartenterrassen auf den Plätzen ein, doch wenn das Wetter nicht mitspielt, bleiben gezwungenermassen die Gäste aus: «Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Die Leute laufen sowieso schon in Scharen vorbei und gehen lieber über die Grenze. Dieser Sommer machte es natürlich nicht besser und insgesamt sind deutlich weniger Leute eingekehrt.»

Bei gegebenen Witterungsverhältnissen bleiben Spontanbesuche von Wanderern und Velofahrern praktisch gänzlich aus und deren Fehlen schlägt letztlich negativ zu Buche, argumentiert sie weiter. Wenn sich zur harten Konkurrenz durch das nachbarländliche Gastgewerbe noch ein weiterer geschäftshinderlicher Faktor dazugesellt, wird eine durchzogene Saison schnell Realität.

Die Bilanz der Umfrage fällt gemischt aus. Der trübe Sommer hat nicht allen Gastrobetrieben im Fricktal gleichermassen zugesetzt. Viele Wirte sprechen trotz schlechtem Wetter von einem durchschnittlichen Jahr und zeigen sich den Umständen entsprechend zufrieden.