Rheinfelden

Schöner Wohnen für Tauben: 20'000 Franken, um den Vögeln Einhalt zu gebieten

Ins Hugenfeldschulhaus soll der Taubenschlag kommen.

Ins Hugenfeldschulhaus soll der Taubenschlag kommen.

Einwohnergemeinde Rheinfelden will Vögeln für 20000 Franken ein Domizil in der Altstadt einrichten.

«Die Population der Strassentauben in Rheinfelden ist in den letzten Jahren stetig angewachsen. Reklamationen bezüglich der damit verbundenen Verunreinigungen und Belästigungen, vorwiegend in der Altstadt, mehrten sich», sagt Stadtschreiber Roger Erdin auf Nachfrage.

So reifte im Gemeinderat die Idee, den Tieren Einhalt zu gebieten, indem man sie bewusst an einen bestimmten Ort lockt – eben mit der Errichtung eines betreuten Taubenschlags, der laut Erdin «angenehme Nistplätze» mit einem «tiergerechten Futterangebot» zu kombinieren weiss. Die Hoffnung: Die Vögel geben ihre zugigen Strassenquartiere auf und lassen sich in dem neuen und komfortableren Zuhause im Estrich des Hugenfeldschulhauses nieder.

Wobei die Tiere dort auch ein wenig hinters Licht geführt werden sollen. Gegen Gipseier will man einen Teil der Brut austauschen. Aus denen schlüpft nichts heraus – so kommt deutlich weniger Nachwuchs auf die Welt. Auch das Impfen der Tiere soll durch die zentrale Taubenwohnung einfacher werden. Ziel ist es, das gesundheitliche Risiko im Kontakt mit den oft kranken Vögeln zu begrenzen.

Auf das Hugenfeldschulhaus ist die Stadt Erdin zufolge gekommen, weil der unbeheizte Dachstock der Liegenschaft weitgehend leer stehe, das Erscheinungsbild des Gebäudes durch den Einbau kaum beeinträchtigt werde und der Estrich für den sechs Meter langen und fünf Meter hohen Schlag die nötige Grösse mitbringe.

«Für die Planung und das Einrichten des Taubenschlages haben wir Kontakt mit Taubenexperten aus Aarau und Olten. Wir haben uns auch an Basel orientiert, wo schon in den späten 1980er-Jahren das Modell der kontrollierten Taubenschläge eingeführt worden ist», so der Stadtschreiber. Für die Betreuung und Pflege des Taubenschlages in Rheinfelden werde eine Person angestellt, welche vorgängig geschult wird. Erdin: «Diese wird auch die Impfungen vornehmen.»

Der Gemeinderat rechnet mit Kosten von 20000 Franken und schätzt, dass der Taubenschlag im zweiten Halbjahr 2020 in Betrieb gehen kann.

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