Frick

«Secondhand-Mode ist ein Statement gegen die Wegwerf-Gesellschaft und für die Umwelt»

Will sich in Frick etablieren: Jacqueline Epp mit ihrem Secondhand-Laden für Bekleidung.

Will sich in Frick etablieren: Jacqueline Epp mit ihrem Secondhand-Laden für Bekleidung.

Jacqueline Epp hat im Fricker «Chrämerhus» einen Secondhand-Laden für Damen-Kleidung eröffnet – und will damit ein Statement setzen.

Jacqueline Epp hat das «Chrämerhus» an der Fricker Hauptstrasse wieder mit Leben gefüllt. Vor kurzem eröffnete die 62-Jährige auf der rund 70 Quadratmeter grossen Verkaufsfläche einen Secondhand-Shop für Damenbekleidung, den sie zuvor eineinhalb Jahre in Möhlin an der Bahnhofstrasse betrieben hatte. Rund zwei Wochen benötigte Epp für die Zügelaktionen, bei der sie von einer Freundin unterstützt wurde. «Das war ein grosser Kraftakt – gerade was den Transport und das Aufstellen der schweren Schränke betraf», sagt Epp. «Doch die neuen Nachbarn waren sehr aufmerksam und hilfsbereit». So seien etwa zwei Mitarbeiter aus dem gegenüberliegenden Imbiss gekommen und hätten ihr und ihrer Freundin die grosse Couch abgenommen und diese in den Laden getragen.

Epp sagt, dass ihr vorheriger Laden in der Möhliner Bahnhofstrasse etwas ab vom Schuss gewesen sei. Der neue Standort in Frick, mitten im Zentrum, brächte ihr Vorteile. «Hier habe ich mehr Laufkundschaft», sagt Epp, die davon überzeugt ist, mit ihrem Konzept Erfolg zu haben. «Die Damen bringen mir ihre Kleidung vorbei, die sie nicht mehr tragen wollen und ich verkaufe sie in Kommission.» 60 Prozent des Verkaufspreises behält sie, 40 Prozent zahlt sie den Kundinnen aus. Die meisten ihrer Kundinnen brächten ihre Kleidung vorbei, weil sie es schade fänden, diese einfach so wegzuwerfen, so Epp.

Voraussetzung bei der Annahme ist, dass die Kleidung sauber und gebügelt ist sowie keine Beschädigungen aufweist. Zudem nimmt Epp nur Kleidungsstücke an, die in die aktuelle Jahreszeit passen. «Wenn mir meine Kunden ihre Kleidung vorbeibringen, nehme ich einen Augenschein und lege den Preis mit ihnen gemeinsam fest», sagt sie.

Neben der Qualität des Kleidungsstücks spiele es auch eine Rolle, wie gut man es verkaufen könne. «Sehr ausgefallene Muster senken den Preis, zu dem das Kleidungsstück angeboten wird.» Was Epp nicht innert zwei Monaten verkaufen kann, muss der Besitzer bei ihr im Laden abholen. Andernfalls wird die Kleidung gespendet.

Der Gedanke an die Nachhaltigkeit

Motivation, einen Laden für gebrauchte Kleidung zu betreiben, gibt Epp auch der Gedanke an die Nachhaltigkeit. So müssen weniger Fasern neu produziert werden, was insgesamt die Einflüsse der Produktionsstätten auf die Umwelt mindert. Gleichzeitig reduziere sich die Masse an zu entsorgender Kleidung. Gerade durch das Verbrennen von Altstoffen entstünden giftig Dämpfe, die in die Atmosphäre gelangten so Epp. «Secondhand-Mode ist ein Statement gegen die Wegwerf-Gesellschaft und für die Umwelt.» Zudem böte der Besuch im Second-Hand-Shop ein ganz anderes Einkaufserlebnis. «Schliesslich kauft man nicht einfach von der Stange, sondern kann gezielt nach Einzelstücken zu deutlich reduzierten Preisen stöbern», sagt Epp.

So geht es Epp auch darum, während des Einkaufens eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. «Wer will, bekommt einen Gratis-Eistee oder -Kaffee offeriert und kann mit mir einen Schwatz halten», sagt sie.

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Autor

Dennis Kalt

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