Rheinfelden

Separate Busspur verzögert sich abermals: Vorlage kommt frühestens im Sommer 2021 vors Volk

Die Roche Kaiseraugst soll mit einer eigenen Busspur angebunden werden. (Archivbild: 25.03.2020)

Die Roche Kaiseraugst soll mit einer eigenen Busspur angebunden werden. (Archivbild: 25.03.2020)

Die Vorlage für das separates Trassee von Rheinfelden zu Roche in Kaiseraugst kommt frühestens im Sommer 2021 vors Volk. Noch im letzten Jahr ging man davon aus, das Projekt an der «Sommergmeind» 2020 traktandieren zu können. Schuld an der Verzögerung sind mehrere Einwendungen.

Das Projekt einer separaten Busspur von Rheinfelden aus zu ­Roche in Kaiseraugst zieht sich wie ein Kaugummi in die Länge. «Aktuell rechnen wir mit einem Kreditantrag frühestens im nächsten Sommer, sofern die definitive Routenführung mit den Grundeigentümern geklärt werden kann», sagt Roger Erdin, Stadtschreiber von Rheinfelden. Ende letzten Jahres ging man davon aus, an der «Sommergmeind» 2020 das Projekt traktandieren zu können. Ursprünglich sollte der Baukredit im Sommer 2017 beantragt werden.

Doch immer wieder kam es zu Einwendungen verschiedener Grundeigentümer hinsichtlich der Routenführung. «Die nun vorgeschlagene Route im Gebiet Hard der Gemeinde Kaiseraugst führt weiter südlich der Bahnlinie über das offene Feld. Aktuell finden mit den Landeigentümern entlang dieser Route Gespräche statt», sagt Erdin.

Die Eigentrassierung der Buslinie zwischen Rheinfelden und Kaiseraugst steht im Zusammenhang mit dem Ausbau des Roche-Standortes in Kaiseraugst. Die Mitarbeiterzahl dort stieg von rund 2000 im August 2017 auf rund 4000 an.

Weniger Stau dank separater Strasse

Mit der Trassierung soll gewährleistet werden, dass der Bus zu den Stosszeiten nicht mehr im Stau steht, sondern auf einer separaten Strasse freie Fahrt hat. Postauto begrüsst das geplante Projekt. «Die Busspur führt insgesamt zu einer höheren Fahrplanstabilität. Der öffentliche Regionalverkehr wird dadurch pünktlicher und zuverlässiger», sagt Postauto-Sprecher Urs Bloch.

Gründe für Verspätungen im Busnetz im Raum Rheinfelden seien Grenzkontrollen zu Deutschland, Schwerverkehrstransporte sowie Störungen und Sperrungen auf der Autobahn. «Gerade bei Letzterem haben wir Probleme auf dem ganzen Liniennetz von Pratteln bis nach Rheinfelden», sagt Bloch.

Roche ist es auch, auf deren Konto die Lasten der Finanzierung der neuen Busspur in Höhe von knapp vier Millionen Franken gehen, wobei auch ein Beitrag aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes in Aussicht gestellt wurde. Dennoch muss die Stadt Rheinfelden das Projekt den Stimmbürgern vorlegen, da sie als Bauherrin auftritt.

Mit einer Fertigstellung ist frühestens 2022 zu rechnen

Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit in der Grössenordnung von etwa einem Jahr für den Bau des Trassees. «Für den übrigen Verkehr wird es durch die Bauarbeiten kaum Beeinträchtigungen geben, weil die Hauptverkehrsstrassen nicht tangiert sind», sagt Erdin.

Geplant ist, dass die ÖV-Route durch den Augarten westwärts verläuft, am Ende des Quartiers einen Knick in Richtung Bahndamm macht und diesem bis auf Höhe der Autobahn folgt. Danach unterquert das Trassee die Bahnlinie und folgt der Auffahrt über die Brücke parallel zur Bahnlinie. Nach der Brücke führt die Route nach rund 200 Metern in Richtung Süden, bevor sie nach Westen über das offene Feld führt. Anschliessend folgt die Route dem Challerenweg bis zur Roche.

Mit einer Fertigstellung der Busspur ist gemäss Erdin frühestens 2022 zu rechnen.

Verwandte Themen:

Autor

Dennis Kalt

Meistgesehen

Artboard 1