Paarungszeit

So buhlen Igelmännchen um ihre Bachelorette

Igel sind auf Partnersuche. Istockphoto

Igel sind auf Partnersuche. Istockphoto

Nicht nur am TV, auch bei den stachligen Säugetieren ist Paarungszeit – und das sorgt auf der Igelstation für die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg derzeit für besorgte Anrufe.

Täglich erreichen die Igelstation für die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg derzeit Anrufe von besorgten Fricktalerinnen und Fricktalern. Sie schildern immer das gleiche seltsame Verhalten, das sie bei den Tieren beobachtet hätten: Ein Igel liegt am Boden, zusammengerollt, der andere umkreist ihn.

«Viele Menschen machen sich Sorgen und wissen nicht, wie sie helfen können», schreibt die Leiterin der Igelstation, Anneliese Girlich, in einer Mitteilung. Sie hat eine Erklärung für das Verhalten der stachligen Säugetiere: «Es ist Paarungszeit.» Je nach Witterung und Klima liegt diese zwischen Mai und Ende August. Dieses Jahr sind die Igel wohl etwas früher dran, weil es lange Zeit so warm war.

Stundenlange Zeremonie

«Die Paarungszeremonie nennt man Igelkarussell», weiss Girlich. Das Männchen umkreist dabei das Weibchen teilweise stundenlang. Das Igelweibchen boxt den Bewerber zunächst mit aufgestellten Stirnstacheln weg. Wenn es nachgibt, erfolgt die Paarung. Dabei legt es die Stacheln flach an den Körper. Nach der Vereinigung trennen sich die Partner. «Es gibt keine ‹Ehe› bei den Igeln. Das Männchen zieht seiner Wege und sucht nach anderen Weibchen. Dadurch scheidet es für die Igelin als Nahrungskonkurrent aus», erklärt Girlich.

Nach einer Tragzeit von etwa 35 Tagen bringt die Igelin durchschnittlich vier Junge auf die Welt, die sie sechs Wochen lang tagsüber säugt. Nachts geht sie auf Nahrungssuche. Nach einiger Zeit wagen sich die Kleinen selber aus dem Nest und versuchen, Nahrung zu finden. Bis zur sechsten Lebenswoche werden sie zusätzlich gesäugt, dann sind die Jungigel selbstständig und zerstreuen sich. (az)

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