Magden
Souverän erteilt Plänen für neues Bauamt eine Absage

84 von 118 Stimmberechtigten sagten Nein für den über drei Millionen Franken teuren Bau. Nun muss sich der Magdener Gemeinderat erneut an eine Standortevaluation machen.

Hrvoje Miloslavic
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In Magden sagte der Souverän Nein zum Bau eines neuen Bauamtes

In Magden sagte der Souverän Nein zum Bau eines neuen Bauamtes

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«Überwältigt vom Besuch» zeigte sich Gemeindeammann André Schreyer in der Einwohnergemeindeversammlung von Samstagnachmittag. 118 Stimmberechtigte fanden sich im Gemeindesaal ein. In Grenzen gehalten haben dürfte sich jedoch die Freude des Gemeindeammanns, nachdem der wichtigste Kreditantrag des Gemeinderates gescheitert war. Mit einer deutlichen Mehrheit von 84 Nein-Stimmen erteilten die Stimmbürger den Plänen zum Bau eines neuen Bauamtes eine deutliche Absage.

Für das Projekt war ein Kredit über 3,125 Millionen Franken vorgesehen. 2,8 Millionen Franken wären für den Neubau des Bauamtes auf dem Areal des ehemaligen Forstwerkhofes entfallen. Die übrigen rund 300000 Franken wären für eine Fotovoltaikanlage sowie den Umzug des Leitsystems der Wasserleitung mit Lichtwellenleiter-Verbindung zu bezahlen gewesen. Seine Enttäuschung über die Absage verbarg Schreyer nicht.

Ganz überraschend schien ihn die Ablehnung aber nicht getroffen zu haben. Ihm sei bewusst gewesen, dass «gewisse Gruppen» den Standort des neuen Bauamtes ablehnten. Diese hätten sich bei der Versammlung nun offenbar durchgesetzt, bedauerte er. Das Problem, dass Magden einen Bauhof brauche, bleibe jedoch bestehen. Der Gemeinderat müsse sich nun erneut an eine Standortevaluation machen, kündigte er an.

Alle übrigen Anträge des Gemeinderates fanden an diesem Abend die Zustimmung des Souveräns. Grünes Licht gab es für einen Kredit in Höhe von 147000 Franken für den behindertengerechten Ausbau der Bushaltestelle an der Post. Mit der Massnahme will die Gemeinde Magden dem Behindertengleichstellungsgesetz entsprechen, nach dem bis zum Jahr 2023 in jedem Dorf oder Stadtquartier mindestens eine hindernisfreie Haltestelle eingerichtet sein muss. 60 Prozent der Gesamtkosten trägt die Gemeinde Magden. Der Kanton steuert 40 Prozent bei.

Einen Kredit in Höhe von 619000 Franken genehmigte die Versammlung für Baumassnahmen Im Stigler. Wie Vizeammann Rudolf Hertrich ausführte, seien Arbeiten zur Strasseninstandsetzung sowie zur Sanierung einer gusseisernen Wasserleitung dringend erforderlich.

Ein Einsehen hatten die Stimmbürger auch bei der von Schreyer dargestellten «konstanten Überlastung» des Personals im Bauamt. Die bisherige personelle Ausstattung von 300 Stellenprozent und einem Lehrling wird um einen vierten Mitarbeiter erweitert.

Vermögen beläuft sich auf acht Millionen Franken

Etwas durcheinandergeraten waren aufgrund der Ablehnung des Kredites für das neue Bauamt die vorbereiteten Ausführungen zum Finanzplan der Gemeinde. Insbesondere der vorgelegte Finanzplan für die kommenden Jahre sei nun «mit Vorsicht zu geniessen», führte Schreyer aus.

Durch die nicht getätigte Ausgabe in Höhe von 3,125 Millionen Franken belaufe sich das Vermögen der Gemeinde mit Werken nun auf rund acht Millionen Franken. Der Gemeindeammann warnte jedoch, dass das Budget 2021 bei etwa gleichbleibendem Steueraufkommen von einem immer höheren Nettoaufwand und einem stetig wachsenden Finanzausgleich betroffen sei.

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