Mit ein wenig Bauchgrummeln wird der Laufenburger Stadtrat an der Gemeindeversammlung in drei Tagen dem Souverän gegenübersitzen, wenn es um Traktandum 11 geht. «Es ist nicht schön, wenn man mit einem Zusatzkredit an die Einwohnergemeinde treten muss», sagt Stadtammann Herbert Weiss zum Zusatzkredit für den Wärmeverbund in der Laufenburger Altstadt. Für diesen gaben die Stimmbürger bereits an der Gemeindeversammlung im November 2014 ihr Okay und genehmigten einen Kredit über 2,3 Millionen Franken.

Das Dumme daran: Leider musste der Stadtrat feststellen, dass der ausführende Ingenieur des Projekts jeweils die Nettokosten – sprich: ohne Mehrwertsteuer – der Gemeinde mitgeteilt hat. Zudem wurden die Kosten bereits mit Abzug der Subventionsbeiträge des Kantons kommuniziert. Nun beantragt der Stadtrat für das Projekt einen Zusatzkredit in Höhe von 580 000 Franken. Dies «aufgrund der Versäumnisse, den Bruttokredit damals an der Gemeindeversammlung beantragt zu haben», wie es in der Botschaft heisst.

Fehler liegt bei der Gemeinde

Weiss schiebt den schwarzen Peter für dieses rechnerische Malheur nicht dem planenden Ingenieurbüro zu – im Gegenteil. «Dass da etwas nicht stimmt, hätten wir im Vorfeld bemerken müssen», sagt er. 2012 bildete sich in der Stadt eine private Initiative, die forderte, einen Wärmeverbund zu realisieren – private Liegenschaftsbesitzer hatten schon Leitungen bei sich einbauen lassen, sagt Weiss. «Aufgrund des Druckes aus der Bevölkerung mussten wir das Projekt schnell und kostengünstig vorantreiben, was dazu führte, dass uns der Rechnungsfehler nicht aufgefallen ist», sagt Weiss. Kostengünstig musste das Projekt sein, weil für die Realisierbarkeit des Wärmverbundes eine Richtgrösse von 18 Rappen pro Kilowattstunde eingehalten werden musste.

Inklusive Mehrwertsteuer und ohne die Abzüge der Subventionsbeiträge des Kantons hätte die Kreditsumme damals 3 Millionen anstatt 2,3 Millionen Franken betragen müssen, sagt Gemeindeschreiber Marco Waser. «Der Wärmeverbund sollte aber nach heutigen Erkenntnissen nicht teurer werden. Der Gemeinderat hat lediglich den Netto- statt den Bruttokredit beantragt», betont Waser, der nachschiebt, dass sich deswegen auch nichts an den Endpreisen für die angeschlossenen Liegenschaften verändern wird. «Wir rechnen derzeit mit einem Preis von 14 Rappen pro Kilowattstunde.»

Es ist nicht der erste Zusatzkredit, den der Stadtrat für den Wärmeverbund beantragt hat: Im Juni 2016 genehmigte der Souverän 350 000 Franken für den Bau der Fernwärmeleitungen bis zu den Schulhäusern Burgmatt 1 und Burgmatt 2 inklusive der Liegenschaften am Bahnhofplatz. Der Stadtrat entschied sich für diesen Ausbau, weil einerseits die Heizanlage im Schulhaus Burgmatt das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatte. Andererseits war noch keine vollständige Auslastung der Heizzentrale des Wärmeverbundes erreicht. «Dies, weil es im ursprünglichen Perimeter weniger Anschlusswillige als angenommen gab», erklärt Waser.

15 Liegenschaften an Verbund

Ein genaues Datum für den Abschluss des Wärmeverbunds gibt es derzeit noch nicht. «Das Projekt ist voraussichtlich fertiggestellt, wenn die Leitungen im Rahmen der Sanierung der Kantonsstrasse verlegt werden konnten und die Liegenschaften an der Kantonsstrasse und dem Bahnhofplatz angeschlossen wurden», sagt Waser. Der Gemeinderat hat diesbezüglich ein Submissionsverfahren durchgeführt. Derzeit ist noch ungewiss, wie viele Liegenschaften nach dem Ende des Projekts an den Wärmverbund angeschlossen werden. «Es wird aktuell mit 15 Liegenschaften gerechnet», so Waser.

Gemeindeversammlung: Freitag, 14. Juni, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle Sulz.