Wallbach/Mumpf
Steine, Hämmer und Bäume werfen: Starke Frauen und Männer geizen nicht mit Einsatz

Bei den dritten Fricktaler Highland Games des TV Wallbach sind Sportarten zu sehen, die es sonst nirgendwo gibt. Nach schottischem Vorbild gab es am Spektakel Frauen und Männer beim Steinstossen, Gewichtweitwurf, Hammerwurf, Gewichthochwurf und Baumstammüberschlag zu bewundern.

Hans Christof Wagner
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Impressionen von den «Highland Games» des TV Wallbach
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Urs Hasler aus Hellikon nahm an den Fricktaler Highland Games zum ersten Mal teil
Starke Männer in Röcken warten auf ihren Wettkampfeinsatz
mussten sich vor der heissen Fricktaler Sonne schützen
Starke Männer und Frauen brauchen ordentlich Fleisch, um wieder zu Kräften zu kommen
Urs Hasler aus Hellikon nahm an den Fricktaler Highland Games zum ersten Mal teil (2)
Friedrich Straehl und Carmen Montag boten auf dem Markt ihre Dienstleistungen an (2)
Mit den Baumstämmen hatten die Frauen so ihre liebe Not (2)
Mit den Baumstämmen hatten die Frauen so ihre liebe Not
Auch die Papis durften sich am Wochenende als Schotten betätigen, hier beim Doppelaxtwerfen
Friedrich Straehl und Carmen Montag boten auf dem Markt ihre Dienstleistungen an
Beim Gewichthochwurf lag die Latte in der Kategorie A Heavy anfangs bei 3,20 Meter

Impressionen von den «Highland Games» des TV Wallbach

Hans Christof Wagner

Gewichthochwurf, Kategorie A Heavy: 20 Kilogramm wiegt das Gewicht, das die starken Männer hochschleudern müssen. Bei 3,20 Meter Höhe liegt die Latte anfangs. Breitbeinig stehen die Athleten da, die Kilts flattern im Wind. Schwung nehmen und das Gewicht kopfüber in die Luft. Je weiter der Wettbewerb voranschreitet, umso höher legen die Helfer die Latte. Zuletzt liegt sie auf 4,80 Metern. Allein Alf Grasnik aus Basel, Physiotherapeut am Laufenburger Spital, kann die schwere Last noch darüberhieven.

Währenddessen sind die Frauen mit dem Baumstammüberschlag zugange. Was die Stämme wiegen, ist nicht im Wettkampf-Reglement festgeschrieben, wohl aber die Länge: 4,20 Meter. Volle Konzentration, in die Hocke gehen und das Gleichgewicht behalten – das sind die Dinge, die am Anfang zählen. Dann Anlauf nehmen und so viel Kraft investieren, dass der Stamm in der Luft eine 180-Grad-Drehung vollführt. Kaum einer Frau will das gelingen. Und das Publikum spendet anerkennenden Applaus, wenn das Vorhaben nur ganz knapp scheitert.

Einst Leibwächter des Königs

Ursprünglich waren Highland Games dazu da, um die stärksten und schnellsten Männer Schottlands zu finden, die dann oft für den König Leibwächter und Boten wurden. «Heutzutage sind sie sportliche Wettkämpfe, hinter denen bei lizenzierten Spielern ganzjähriges Training steckt», berichtet OK-Präsident Urs Hasler. Und von diesen gibt es schweizweit gerade einmal 68. «Noch ist die Szene hierzulande klein, doch sie wächst und es gibt auch immer mehr Wettkämpfe», informiert Hasler.

Fricktaler Athleten waren vor allem bei den Clanwettkämpfen dabei, die am Samstag über die Bühne gingen. Hier waren es die Disziplinen Gewichthochwurf, Baumstammwerfen, Heusackweitwurf, Streitaxtwerfen, Armbrustschiessen und Seilziehen.

Steinstossen, Gewichtweitwurf, Hammerwurf, Gewichthochwurf und Baumstammüberschlag galt es beim Fünfkampf am Sonntag zu absolvieren, der den Einzelkämpfern vorbehalten war. Daran nahm auch Urs Hasler aus Hellikon teil. «Ich mache zum ersten Mal bei so etwas mit, komme eigentlich von der Leichtathletik», sagt er. Bei dieser archaischen Form des Fünfkampfs ist das Steinstossen seine Stärke. «Ich bin sonst Kugelstosser, deshalb liegt mir das.» 8 Kilogramm wiegt der Stein.

Für den TV Wallbach waren die dritten Fricktaler Highland Games wieder ein Mega-Anlass, den sich der Verein nur alle zwei Jahre zumutet. 220 Helfer waren auf dem Wettkampfgelände postiert, an das sich ein mittelalterlicher Markt anschloss, der zur Zeitreise einlud. Zu sehen gab es Sportarten, die es sonst nirgendwo anders gibt.

Und im Athleten-Lager war die Begeisterung nicht minder gross. Urs Hasler aus Hellikon: «Das war eine coole und lockere Atmosphäre, nicht ganz so verbissen wie in der Leichtathletik. Beim nächsten Mal bin ich wieder mit dabei.»

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