Schupfart
Stinkendes Büro wegen Wasserschadens: Hier zieht eine Gemeindekanzlei in die Beiz um

Am 8. Juni schoss im Gemeindehaus von Schupfart eine Fontäne schlammigen Wassers aus dem Lavabo: Wegen des Regens hatte sich ein Abflussrohr zur Kanalisation verstopft. Zuletzt konnten die Gemeindeangestellten nur noch bei offenem Fenster arbeiten. Bis alle Schäden repariert sind, ziehen sie jetzt in ein leerstehendes Restaurant um.

Nadine Böni
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Die Schupfarter Gemeindeverwaltung muss umziehen: Ein Zügelmann in Aktion.

Die Schupfarter Gemeindeverwaltung muss umziehen: Ein Zügelmann in Aktion.

Nadine Böni

«Ich hörte ein kurzes Blubbern, dann schoss eine Fontäne aus schlammigem Wasser aus dem Lavabo.» Die Schupfarter Gemeindeschreiberin Jacqueline Stöcklin kann immer noch nicht so recht glauben, was sie da vor fast zwei Wochen im Gemeindehaus erlebt hat.

Es war am 8. Juni, kurz nach Mittag und Stöcklin rief sofort die Feuerwehr und Werkhof-Mitarbeiter an. Als diese eintrafen, stand die Verwaltung unter Wasser (die az berichtete).

Jetzt, knapp zwei Wochen später, ist das Wasser weg. Geblieben ist ein fauliger Geruch in der Verwaltung und im Archiv – und ein beträchtlicher Sachschaden.

Elektronische Geräte wie Computer und Drucker, die ganz in der Nähe des Lavabos standen, sind zwar nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Boden aber ist aufgeschwemmt, wirft vor allem im Eingangsbereich zentimeterhohe Wellen.

Arbeiten bei offenem Fenster

«Er muss ersetzt werden», sagt Stöcklin. Das hätten die Abklärungen gezeigt. Diese brachten auch die Ursache für den Wasserschaden zutage: Ein Abflussrohr vom Gebäude zur Kanalisation war verstopft.

Aufgrund des starken Regens gab es einen Rückstau – bis sich die Wassermassen schliesslich einen anderen Weg suchten.

Trotz dem Wasserschaden arbeiteten die Verwaltungsangestellten bis zum vergangenen Wochenende noch im Gemeindehaus. «Meist bei offenem Fenster», wie Stöcklin mit einem Schmunzeln sagt. Zu stark war der Gestank in den Räumlichkeiten. Am Wochenende hiess es dann: Packen – und zwar alles.

Die ganze Verwaltung wird für die kommenden Monate in das leerstehende Restaurant Schwert verlegt. Seit gestern Morgen ist ein Umzugs-Unternehmen daran, die über 150 Kartonschachteln, Möbel, Schränke und die elektronischen Geräte zu zügeln.

Alleine die Akten und Unterlagen aus dem Archiv – auch sie blieben glücklicherweise trocken – sind Hunderte Kilogramm schwer.

Gemeindeschreiberin Stöcklin hofft, dass ab heute zumindest die Verbindungen für die elektronische Datenverarbeitung und die Telefone wieder laufen.

Bis Ende Woche sollen der ganze Umzug abgeschlossen und die Verwaltung in den provisorischen Räumlichkeiten eingerichtet sein.

Umbau wird vorgezogen

Währenddessen laufen die Abklärungen, wie es in der überschwemmten Verwaltung weitergehen soll. Klar ist: «Der Schaden ist ein Fall für die Versicherung», sagt Stöcklin.

Der Boden muss ersetzt werden. Und da dazu ohnehin die ganze Verwaltung mitsamt dem Archiv leer geräumt wird, überlegt sich der Gemeinderat, gleich auch weitere Arbeiten ausführen zu lassen.

So soll die Verwaltung um einen Arbeitsplatz (von zwei auf drei) vergrössert werden. Ausserdem sind einige Umstrukturierungen in den Räumlichkeiten geplant.

«Das alles wäre in einigen Jahren vorgesehen gewesen. Jetzt wird es halt vorgezogen», sagt Stöcklin. So bleibt den Mitarbeitern trotz Umzugsstress wenigstens die Vorfreude: Im August kehren sie in ein nigelnagelneues Büro zurück.