Fricktal

Stopp! Mit ihren Kellen schützen sie die Kinder auf dem Schulweg

Daria Wegmüller sorgt als Schülerlotsin dafür, dass die Schüler die Strasse sicher queren können.

Daria Wegmüller sorgt als Schülerlotsin dafür, dass die Schüler die Strasse sicher queren können.

Schülerlotsen sichern in Frick, Gipf-Oberfrick und Rheinfelden den Schulweg ab. In Herznach bringt ein «Pedibus» die Kinder über die Strasse.

Wenn sie ihre Kelle schwingen, steht der Verkehr still: Schülerlotsen sorgen auch im Fricktal dafür, dass die Schüler sicher über die Strassen kommen. ­Aktuell bieten drei Fricktaler Gemeinden – Frick, Gipf-Oberfrick und Rheinfelden – einen Lotsendienst an. Dies zeigt eine Umfrage der AZ unter den Gemeinden in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden. In Herznach hat die Gemeinde zudem einen «Pedibus» im Einsatz. Dieser «Fussbus» bringt die Schüler gruppenweise sicher über die Hauptstrasse. In anderen Gemeinden haben Eltern oder die Schulen selber einen Lotsendienst organisiert.

Dass gerade in diesen Gemeinden Lotsen und Pedibus-­Chauffeure zum Einsatz kommen, ist kein Zufall. Denn hier müssen die Kinder auf ihrem Schulweg stark bis sehr stark befahrene Strassen überqueren. In Herznach ist es die Hauptstrasse, die Frick mit Aarau verbindet und über die auch der Schwerverkehr rollt.

In Frick ist es die Hauptstrasse, die täglich um die 15000 Fahrzeuge schlucken muss. In Gipf-Oberfrick stehen die Lotsen an der Landstrasse und in Rheinfelden sichern sie je einen Strassenübergang an der viel befahrenen Zürcher- und der Spitalstrasse.

Das Ziel ist überall dasselbe: mehr Sicherheit. «Mit dem Lotsendienst ist ein Gewinn an ­Sicherheit verbunden, weil die Kinder bei der Querung der am stärksten befahrenen Strasse in Frick durch eine erwachsene Person begleitet werden», ist der Fricker Gemeindeschreiber Michael Widmer überzeugt. Das Vortrittsrecht für Fussgänger auf Fussgängerstreifen gelte natürlich auch ohne Lotsendienst. «Die Disziplin, vor ei­nem Fussgängerstreifen anzuhalten, dürfte jedoch mit Lotsendienst etwas höher sein.» Damit dürfte auch das Unfallrisiko sinken.

Die Dienstleistung wird geschätzt

Zeit, die Schüler gleichzeitig auch gleich über die Verkehrsregeln zu instruieren, bleibt jedoch nicht. «Direkt am Fussgängerstreifen ist es nur schon von der Anzahl Kinder und dem hohen Verkehrsaufkommen her nicht möglich, Wissen zu vermitteln», sagt Widmer. Für die Schulung der Verkehrsregeln werde in der Schule Verkehrsunterricht erteilt, wobei die Schule durch Verkehrsinstruktoren der Polizei Oberes Fricktal unterstützt wird.

Der Lotsendienst habe sich bewährt, bilanziert Widmer. «Schülerinnen und Schüler wie auch die Eltern haben sich daran gewöhnt und schätzen die Dienstleistung.»

Das ist in Gipf-Oberfrick nicht anders. Hier wurde der Lotsendienst am Fussgängerstreifen beim Gemeindehaus vor rund 20 Jahren initiiert. «Angeboten wird der Lotsendienst für alle Kinder vom Kindergarten bis und mit 2. Klasse», erzählt Gemeindeschreiber Urs Treier. Der Lotsendienst kommt zu den Zeiten zum Einsatz, an denen sie zur Schule gehen oder die Schule beendet ist. Die Lotsen stehen in Gipf-­Oberfrick jeweils am Morgen, vor und nach der Mittagspause sowie nach Schulschluss im Einsatz. Gleiches gilt für Rheinfelden; in Frick sind die Lotsen dreimal pro Tag im Einsatz.

In Gipf-Oberfrick teilen sich aktuell drei bis vier Lotsen die Zeiten auf. Eine von ihnen ist Daria Wegmüller. Sie ist zweimal pro Woche am Nachmittag im Einsatz und sorgt dann dafür, dass die Schüler beim Volg sicher über die Strasse kommen. «Das ist für mich eine verantwortungsvolle Aufgabe», sagt sie. «Viele der Kinder bedanken sich sogar dafür.»

Auch in Frick sind mehrere Lotsen im Einsatz. Seit längerem würden die gleichen Personen den Dienst versehen, sagt Widmer. In der Regel würden sich Frauen für die Tätigkeit interessieren, die einen kleinen Nebenverdienst suchen.

In Gipf-Oberfrick war der Lotsendienst bis 2018 jeweils über das Budget der Gemeinde finanziert. Um den Dienst zu festigen und die Organisation zu verbessern, unterbreitete der Gemeinderat dem Souverän den Vorschlag, den Lotsendienst fest zu implementieren. Der Souverän teilte die Sicht, dass das Angebot sinnvoll ist, und stimmte dem Lotsendienst mit Kosten von jährlich 20000 Franken klar zu.

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