Tanzvideo
Wenn der Hauswart den Besen schwingt: Die Schule Gansingen überrascht mit einer ganz eigenen Jerusalema-Interpretation

Antanzen gegen den Corona-Blues, sich Luft machen in einer bedrückenden Zeit, unterstreichen, dass die Krise auch zusammenschweisst. All das hat die Schule Gansingen zu ihrer Teilnahme an der Jerusalema-Dance-Challenge motiviert. Aber das Video ist weit mehr als nur Hüftschwung und coole Moves.

Hans Christof Wagner
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Die Teilnahme an der Jerusalema-Dance-Challenge hat der Schule Gansingen viel Spass gemacht.

Die Teilnahme an der Jerusalema-Dance-Challenge hat der Schule Gansingen viel Spass gemacht.

Bild: zvg

Der «Jerusalema»-Song, 2019 vom südafrikanischen Sänger Kgaogelo Maogi komponiert, wurde zum Onlinehit, nachdem Menschen weltweit in selbst gedrehten Videos anfingen, auf die Musik zu tanzen. Das durch die Pandemie geforderten Klinikpersonal griff es auf und so nahm die Welle ihren Lauf. Doch wer auch immer den Song interpretiert – die Botschaft ist stets die gleiche: Die Bewegung in Gemeinschaft hilft, den Coronastress zu lindern und trotz Frust und Leid positive Stimmung zu verbreiten.

Gansingens Schulleiter Urs Ammann berichtet auf Nachfrage, was seine Schule zur Teilnahme an der Challenge motiviert hat:

«Wir wollten mit dem Video sowohl die Einheit wie auch die Vielfalt an unserer Schule zum Ausdruck bringen.»

Auch die Kleinsten haben im Video mitgespielt.

Schule Gansingen

Ammann hat das Projekt angestossen, nachdem er den Jerusalema-Clip der Kantonspolizei Zug im Internet angeschaut hatte und «begeistert» davon war, wie er erzählt. Er sagt: «Auch bei deren Songinterpretation herrscht anfangs Einheit. Aber dann sind Einzelne auch ausgebrochen und haben neue Figuren gezeigt, das hat mich begeistert.» Und nachdem Ammann sah, dass sich an der globalen Bewegung auch Schulen beteiligen, mit teils «herrlichen Performances», war die Sache klar: Ja – wir machen mit.

Kevin Benz und Melanie Erdin hatten das Projekt unter sich.

Kevin Benz und Melanie Erdin hatten das Projekt unter sich.

Bild: zvg

In Melanie Erdin, Fachlehrperson Musik, fand der Schulleiter eine Mitstreiterin, die an der Umsetzung «Tag und Nacht arbeitete», wie sich Ammann erinnert. Im Januar noch eine «lose Idee», habe im März das Drehbuch gestanden. Noch vor den Frühlingsferien waren die Szenen im Kasten. Sichtung, Schnitt und Feintuning – und ab 16. April im Netz: Mehr als 1750 haben das 6-Minuten-Werk seitdem angeklickt. Für die Verbreitung hat die Schule eigens einen Youtube-Kanal eingerichtet. Und mit Kevin Benz als der Schule verbundenem Informatiker fand sie einen Profi: Benz war Kameramann und Cutter und hat das Projekt als «megaschön» erlebt. Er sagt:

«Die Begeisterung der Kinder war mit Händen greifbar.»

Der für die Challenge prägende Tanzstil – Schritt nach vorne, viermal auftippen, wechseln und dazu mit den Hüften kreisen – ist dabei. Aber die Gansinger Choreografie geht viel weiter: Tanzen auf den Schulbänken, Hammerschläge im Werkunterricht und ein Hauswart, der im Takt der Musik den Besen schwingt – all das gibt es zu sehen.

Wechsel von der Nähe in die Totale – mit der Drohne

Auch von oben sind Bilder für das Video entstanden – mit der Drohne.

Auch von oben sind Bilder für das Video entstanden – mit der Drohne.

Bild: zvg

Mal sind die Protagonisten ganz nah, mal schwebt eine Drohne über ihnen und zeigt den Tanz von ganz oben in der Totalen. «Auf den Schulbänken zu tanzen, ist vielleicht grenzwertig», räumt Ammann ein. Aber: «Corona schränkt uns doch schon genug ein, da kann doch ein bisschen Ausbrechen nicht schaden.»

Jetzt ist der Dreh vorbei. Was bleibt? «Wir haben Lust bekommen auf weitere solche Projekte», sagt Ammann. Von Seiten der Lehrpersonen seien schon neue Ideen im Umlauf.

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