Zeiningen
Überraschendes Duell ums Gemeindepräsidium

Mit Gisela Taufer und Peter Frick kämpfen zwei langjährige Gemeinderäte gegeneinander um das Gemeindepräsidium. Was heisst das für die Zusammenarbeit nach den Wahlen?

Marc Fischer
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Gisela Taufer und Peter Frick kämpfen um das Gemeindepräsidium

Gisela Taufer und Peter Frick kämpfen um das Gemeindepräsidium

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Dass ein Gemeinde-Vizepräsident für den vakanten Präsidenten-Posten kandidiert, ist nicht unüblich. Aussergewöhnlich ist es jedoch, dass er dies erst nach Ablauf der Meldefrist und gegen eine langjährige Gemeinderatskollegin tut. Genau dies ist in Zeiningen der Fall, wo Gemeinderätin Gisela Taufer (FDP) und Vizepräsident Peter Frick (GLP) – die beiden sind seit 16 Jahren gemeinsam im Gemeinderat – um die Nachfolge von Gemeindepräsidentin Sabin Nussbaum kämpfen.

Taufer hat ihre Kandidatur schon lange bekannt gegeben und steht als einzige Kandidatin auf dem Wahlzettel. Frick dagegen ist dort nur als Vizepräsidentschafts-Kandidat aufgeführt. Er betont denn auch, er habe die Kandidatur nicht aktiv gesucht, aber plötzlich sei alles schnell gegangen.

«Viele Einwohner und Gruppierungen kamen auf mich zu und fragten, warum ich nicht kandidiere und wie ich reagieren würde, wenn sie mich trotzdem wählen», erklärt Frick. «Da habe ich gesagt, dass ich eine Wahl annähme, wenn mich die Bevölkerung will.» Wahlkampf allerdings mache er keinen, so Frick weiter. Das übernimmt nun zum Teil die SVP, eine der Gruppierungen, die bei Frick vorstellig wurden. Auf dem Flyer der SVP wird der 49-jährige Grünliberale zur Wahl empfohlen.

Gisela Taufer ist ob der Entwicklungen überrascht. «Die Kandidatur von Peter Frick hat mich erstaunt», sagt sie. Näher kommentieren will die Präsidentin des Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF) die Gegenkandidatur aber nicht. Sie streicht vielmehr ihr «Feuer für Zeiningen» heraus. «Ich bin mit Leib und Seele dabei und mache die Arbeit im Gemeinderat gerne. Deshalb kandidiere ich auch fürs Präsidium», so die 66-Jährige.

Ob das aktuelle Duell Auswirkungen auf die gemeinderätliche Arbeit nach den Wahlen haben könnte, wenn beide die Wiederwahl ins Gremium schaffen, lässt Taufer offen. «Ich werde das Resultat so akzeptieren, wie es herauskommt», sagt sie. «Danach müssen wir weiterschauen.» Peter Frick dagegen gibt sich gelassen: «Ich sehe für die Zusammenarbeit in der Zukunft keine Probleme.» Er könne auch gut damit leben, falls seine Kontrahentin gewählt werde. «In einer Demokratie ist es gut, wenn die Stimmbürger eine Wahl haben.»

Rechtliche Situation klar

Aus rechtlicher Sicht ist es möglich, den gleichen Kandidaten als Vizepräsidenten und als Präsidenten auf den Wahlzettel zu schreiben, wie Michael Frank vom Rechtsdienst der kantonalen Gemeindeabteilung erläuterte. Voraussetzung sei einzig, dass man den betreffenden Kandidaten auch bei der Gemeinderatswahl auf den Wahlzettel schreibe. Und was passiert, falls Peter Frick, der für beide Ämter kandidiert, auch für beide Ämter gewählt wird? «Dann muss der Kandidat entscheiden, welches Amt er ausübt», so Frank. Für das andere gäbe es dann einen zweiten Wahlgang.

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