Rheinfelden

Um Feierabendstau zu entschärfen: Fahrt auf dem Pannenstreifen wird legal

Vor der Ausfahrt Rheinfelden West sollen Autofahrer künftig den Pannenstreifen als Fahrspur nutzen dürfen.

Vor der Ausfahrt Rheinfelden West sollen Autofahrer künftig den Pannenstreifen als Fahrspur nutzen dürfen.

Das Astra plant Millionen-Investitionen für mehr Sicherheit bei den Ausfahrten Rheinfelden West und Ost.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) arbeitet daran, die Situation bei den Autobahnausfahrten Rheinfelden West und Ost zu entschärfen. Das Problem ist bekannt: Während der Feierabendzeiten staut sich der Verkehr bei der Ausfahrt West vom neuen Zoll her, teilweise bis auf die Autobahn. Das gleiche Bild bei der Ausfahrt Rheinfelden Ost. Um längere Rückstaus zu vermeiden, befahren die Lenker dort die Einmündung zum Kreisel Rheinfelden Ost/Magden sogar oft zweispurig – obwohl sie dazu die Sicherheitslinie missachten müssen. Die Polizei weiss um die Situation, nimmt dieses Vorgehen allerdings für die Verkehrssicherheit in Kauf.

Öffentliche Auflage im Herbst

Das Astra hat den Anschluss Rheinfelden Ost im vergangenen Jahr auf verkehrstechnische Mängel geprüft. Dabei habe sich gezeigt, dass ein Kreisel nicht die beste Lösung sei, hiess es damals. Deshalb soll der Kreisel durch eine Lichtsignalanlage ersetzt werden. Die Ausfahrt würde dann in zwei Spuren geteilt zur neuen Kreuzung geführt – eine in Richtung Rheinfelden und eine in Richtung Magden.

Inzwischen liegt ein Entwurf des Auflageprojekts vor. «In einem nächsten Schritt findet eine interne Vernehmlassung bei den zuständigen Fachstellen des Astra, des Kantons und der Gemeinde statt», sagt Astra-Sprecherin Esther Widmer. Danach soll die öffentliche Planauflage erfolgen. Gemäss Widmer ist diese im zweiten Halbjahr 2017 vorgesehen. Das Astra sieht vor, den Kreisel 2019 zu einer Kreuzung mit Ampel umzubauen.

Der aktuelle Kostenvoranschlag für die Umgestaltung der Kreuzung liegt bei rund fünf Millionen Franken. Diese Kosten würden vollumfänglich zulasten des Astras gehen, sagt Widmer. Rheinfelden hingegen ist finanziell nicht an der Umgestaltung beteiligt, da «es sich um einen Nationalstrassen-Knoten handelt», wie Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage sagt.
Die Stadt weiss um die Situation bei der Autobahnausfahrt und die gefährlichen Rückstaus zu Spitzenzeiten am Abend. «Die Massnahme des Astras soll den Verkehrsablauf an der Kreuzung verbessern und so für mehr Sicherheit sorgen. Dies ist auch aus Sicht der Stadt zu begrüssen», sagt Erdin.

Befahrbare Pannenstreifen

Eine zweite Massnahme, an der das Bundesamt für Strassen arbeitet, betrifft die Autobahn selber. Dort sollen die Pannenstreifen künftig befahrbar sein. Angedacht ist dies im Abschnitt zwischen Augst und Rheinfelden Ost in beide Fahrtrichtungen. Die Pannenstreifen wären als Verkehrsstreifen insbesondere für jene Fahrzeuge freigegeben, die die Autobahn verlassen. Und dies nicht nur im Falle eines Staus – wie beispielsweise bei der Ausfahrt Aarau Ost – , sondern permanent.

Hier ist das Astra schon einen Schritt weiter: «Das Auflageprojekt liegt in bereinigter Form vor und die öffentliche Planauflage ist in Vorbereitung», sagt Widmer. Der Umsetzungstermin ist abhängig davon, ob Einsprachen eingehen – geplant wird derzeit mit Ende des kommenden Jahres. Die Kosten belaufen sich hier auf rund 4,5 Millionen Franken. Grösster Posten ist die Erstellung der Fahrstreifensignalisationen. Diese Kosten übernimmt das Astra in vollem Umfang.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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