Kaiseraugst

Unbekannte zerstören Wahlplakate: «Über die Hälfte ist kaputt»

Mehrere Wahlplakate wurden zerstört.

Mehrere Wahlplakate wurden zerstört.

Die beiden Kaiseraugster Gemeinderatskandidaten Reto Bernardi und Oliver Jucker ärgern sich über Vandalenakte. Unterkriegen lassen wollen sie sich nicht.

Ärger für die beiden Kaiseraugster Gemeinderatskandidaten Reto Bernardi (FDP) und Oliver Jucker (SP): Über das letzte Wochenende wurden diverse ihrer Wahlplakate zerstört oder abgehängt. «Über die Hälfte der Plakate ist kaputt oder wurde entwendet», sagt Bernardi. Bei Jucker sieht die Bilanz des Wochenendes ähnlich traurig aus: Auch von seinen Wahl­plakaten wurde über ein Dutzend beschädigt oder entfernt.

Wer hinter der Tat steckt, ist unklar. Während Oliver Jucker von einem «wenig cleveren Laus­bubenstreich» ausgeht, vermutet Reto Bernardi eine gezielte Aktion: «Meine Plakate wurden teilweise mit roher Gewalt heruntergerissen – auch an Orten, die nicht einfach zugänglich sind. Hinter der Aktion steckt also eine grosse Portion an Mutwilligkeit.»

Kleiner Seitenhieb in Richtung SP-Kandidat

Vielleicht habe sich die unbekannte Täterschaft durch einen seiner Posts auf dem sozialen Netzwerk Facebook provoziert gefühlt, vermutet Bernardi. Dort hatte er vor einigen Tagen ein Foto hochgeladen, das ihn und einen Kollegen mit den Plakaten vom ersten Wahlgang zeigt – samt Stickern, um die Plakate für den zweiten Wahlgang vom 29. November umzurüsten. Versehen hatte er den Post mit den Worten «Nachhaltigkeit» und «sparsam». Ein kleiner Seitenhieb in Richtung SP-Kandidat Jucker, der für den zweiten Wahlgang eigens noch mal neue Plakate hatte anfertigen lassen. «Dieser Seitenhieb ist vielleicht nicht überall gut angekommen», sagt Bernardi, betont aber im gleichen Atemzug: «Ich möchte niemandem von der SP unterstellen, mit der Aktion etwas zu tun zu haben.»

Kaputte Plakate mit Klebeband geflickt

Beide Gemeinderatskandidaten haben inzwischen die Überreste ihrer zerstörten Plakate zusammengesammelt und entsorgt. Oliver Jucker hat seine beschädigten Plakate wo möglich mit Klebeband geflickt, andere ersetzt. Reto Bernardi musste nun – entgegen dem ursprünglichen Plan mit den Stickern – auch noch einmal neue Plakate bestellen, um alle beschädigten oder entfernten Plakate ersetzen zu können. «Der Täterschaft kann ich also nur sagen: Ziel erreicht», sagt er. «Das ist einfach ärgerlich.»

Unterkriegen lassen will er sich aber nicht: Seine neuen Wahlplakate sollen noch diese Woche eintreffen und dann gleich aufgehängt werden. «Ich hoffe, die neuen Plakate bleiben dann unbeschädigt hängen», sagt Bernardi.

«Das kam schon mehrmals vor»

Eine Hoffnung, die Oliver Jucker teilt. Er ist diesbezüglich allerdings nur vorsichtig optimistisch. In den vergangenen Wochen hat er sich angewöhnt, jeweils am Sonntagmorgen einen Spaziergang durch das Dorf zu unternehmen, um zu prüfen, ob die Wahlplakate noch intakt sind – und gegebenenfalls aufzuräumen, sollten welche beschädigt worden sein. «Das kam schon mehrmals vor», so Jucker.

Beide Kandidaten haben ob all dem Plakatärger ihren Humor nicht verloren. «Dass Vandalismus und Littering Themen in unserer Gemeinde sind, habe ich auch schon vor dem Vandalismus an unseren Plakaten erkannt. Message verstanden, werde ich gerne für euch angehen!!», schreibt Jucker auf Facebook. Und Bernardi scherzt: «Mit einem aufgemalten Schnäuzchen hier und einer Brille da hätte ich kein Problem – dann wüsste ich wenigstens, wie ich damit aussehen würde.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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