Laufenburg

Verliert die Altstadt den Kindergarten? – Dagegen regt sich Widerstand

Die Laufenburger Altstadt verliert womöglich bald ihren Kindergarten. Er soll in den Vogtsmatt-Neubau umziehen.

Die Laufenburger Altstadt verliert womöglich bald ihren Kindergarten. Er soll in den Vogtsmatt-Neubau umziehen.

Die Laufenburger Schulpflege und Schulleitung diskutieren einen Umzug des Kindergartens Wasentor in den Vogtsmatt-Neubau. Gegen das Vorhaben läuft eine Petition.

Seit Ende letzter Woche sammelt ein Petitionskomitee in Laufenburg Unterschriften für den Erhalt des Kindergartens Wasentor. Zu den Petitionären gehören Eltern von Kindergärtlern und Mitglieder des Elternrats der Schule Burgmatt, wie Anne Hauser, selber Elternratsmitglied, sagt.

Es habe immer wieder Gerüchte gegeben, dass die Kindergartenabteilung aus der Altstadt in den Neubau an der Vogtsmatt eingegliedert werden solle, so Hauser. Eine offizielle Information sei aber ausgeblieben.

«Deshalb habe ich im Elternrat den Schulleiter direkt gefragt und ich erhielt die Antwort, dass man darüber nachdenke.» Auf Anfrage bestätigen Schulleiter Philipp Grolimund und Schulpflegepräsident Martin Steinacher, dass dieser Umzug diskutiert und allenfalls bereits aufs kommende Schuljahr hin umgesetzt werden solle. Eine Entscheidung werde allerdings erst im Januar gefällt.

Entscheid liegt bei der Schulpflege

«Der neue, moderne Kindergarten Vogtsmatt ist auf drei Abteilungen ausgelegt, aber wir führen derzeit drei Abteilungen an zwei verschiedenen Standorten», so Grolimund. Da sei es aus organisatorischer Sicht logisch, dass man sich solche Gedanken mache.

Der Kindergarten Vogtsmatt wurde im November 2018 neu eröffnet.

Der Kindergarten Vogtsmatt wurde im November 2018 neu eröffnet.

Weiter habe man mit der Neu-Ressourcierung den Auftrag, jede Lektion so effizient wie möglich zu gestalten. Gerade bei abteilungsübergreifenden Lerngruppen sei dies an einem Standort einfacher.

Beim Petitionskomitee sorgen diese «verwaltungstechnischen Gründe» für Kritik. «Für die Kinder aus der Altstadt wäre der Weg viel weiter und sie müssten mehrere gefahrenträchtige Strassen überqueren», so Anne Hauser. «Das ist in unseren Augen nicht verantwortbar.»

Ein wichtiger Baustein des Kindergarten-Lehrplans sei es, die Kinder möglichst früh zur Selbstständigkeit zu erziehen, so Hauser weiter. Den Weg in den Kindergarten Vogtsmatt könnten die Kinder aber wohl nur noch in Begleitung ihrer Eltern laufen. Schulleiter Philipp Grolimund dagegen hält den Schulweg auf die andere Seite der Kantonsstrasse und der Bahnlinie für «zumutbar».

Zudem sei der Kindergarten Wasentor auch ein Argument für Familien, in die Altstadt zu ziehen, betont Hauser. Eine Schliessung laufe deshalb auch den Bestrebungen des Stadtrats entgegen, die Altstadt wieder attraktiver zu machen.

Dass im Tausch die Spielgruppe, die derzeit im Kindergarten Vogtsmatt untergebracht ist, in den Kindergarten Wasentor umziehen könnte, bringe diesbezüglich nichts, so Hauser. «Spielgruppenkinder müssen aufgrund ihres Alters sowieso von den Eltern gebracht werden.»

Ziel der Petition sei es, «die Bevölkerung mit ins Boot zu holen», so Hauser. Das scheint zu gelingen. Denn die Resonanz auf die Petition ist gemäss Hauser positiv. Auch Einwohner, die keine Kindergartenkinder hätten, setzten sich für den Erhalt des Altstadt-Kindergartens ein. «In den ersten Tagen haben bereits rund 40 Personen die Petition unterschrieben. Und zahlreiche Bögen sind noch im Umlauf», sagt Hauser.

Philipp Grolimund und Martin Steinacher sagen beide, man werde das Anliegen der Petitionäre anhören. Die Entscheidung liege letztlich aber einzig bei der Schulpflege. Dies bestätigt der Schul-Stadtrat Meinrad Schraner. «Die Schulpflege hat uns aber darüber informiert, dass sie sich diese Umzugsgedanken macht», so Schraner.

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