Beim Warten auf die Bahn vertreibt sich so manch einer die Zeit mit dem Zug am Glimmstängel. Weil jedoch Ende Juli im Fricktal in den Bahnhöfen Frick und Rheinfelden die SBB das neue Raucher-Regime eingeführt haben – der Verband öffentlicher Verkehr hat beschlossen, dass alle Bahnhöfe weitestgehend rauchfrei werden –, müssen Personen, die zur Zigarette greifen, hierfür separate Raucherbereiche aufsuchen. In Frick und Rheinfelden befinden sich diese je an den Enden der Perrons. Dort stehen Aschenbecher, um die in einem Radius von maximal zwei Meter gepafft werden darf.

Ein Augenschein der AZ am Freitagmorgen zeigt jedoch, dass die Raucher-Bereiche im Bahnhof Rheinfelden verlassen sind. Stattdessen waberte der Qualm einige Meter vom Raucherbereich entfernt über den Bahnsteig, wo Tamara Gerber alleine auf einer Bank sitzt und auf die Bahn Richtung Basel wartet. «Das war mir gar nicht bewusst, dass man jetzt nur noch in separaten Zonen rauchen darf», sagt sie und geht in Richtung des ausgewiesenen Bereichs, wo sie ihre Zigarette zu Ende raucht. «Die Hauptsache ist doch, dass ich mit dem Rauch niemanden störe.»

Elf Personen missachten das Rauchverbot

Zu beobachten ist, dass elf Personen innert 45 Minuten ausserhalb der signalisierten Bereiche auf dem Perron eine Zigarette rauchen. Zwar erntet von diesen der eine oder andere einen kritischen Blick – auch von den Begleitern der einfahrenden Züge –, dies bleibt jedoch von den Rauchern, die mit ihren Smartphones beschäftigt sind, unbemerkt.

Den Auszubildenden Lars Bruppbacher, der gerade am Kiosk eine Zigarette raucht, lässt das Rauchverbot kalt. «Ich rauche einfach vor dem Bahnhof meine Zigarette», sagt er. «Dann muss ich mich nicht extra in die Raucherzone auf den Bahnsteig stellen.» Generell hält er das weitgehende Rauchverbot im Rheinfelder Bahnhof für übertrieben. «Der ist ja ungedeckt und der Rauch zieht schnell ab, wenn der Wind weht», sagt er.

«Wenn einen der Qualm stört, kann er weitergehen»

Auf dem Perron im Bahnhof Frick zeigt sich an diesem Morgen zwischen 10 und 10.45 Uhr ein ähnliches Bild: Die signalisierten Raucherbereiche sind verlassen. Stattdessen steigen zwei Männer aus dem Postauto aus, zünden sich ihre Zigaretten an und laufen durch die Unterführung auf den Bahnsteig. «Das Perron ist so gross, dass man gar nicht bemerkt, dass jemand raucht, wenn man nicht gerade neben einem Raucher steht», sagt einer der beiden, nachdem sie auf den ausgeschilderten Raucherbereich angesprochen werden. «Wenn jemanden der Qualm stört, kann er ja auch ein paar Meter weiterlaufen», sagt der andere.