Eiken

Vier-Dörfer-Treff: Zu Gast bei Freunden

Freuen sich auf das Vier-Dörfer-Treffen: OK-Präsident Daniel Saridis (l.) und Gemeindeammann Stefan Grunder. Dennis Kalt

Freuen sich auf das Vier-Dörfer-Treffen: OK-Präsident Daniel Saridis (l.) und Gemeindeammann Stefan Grunder. Dennis Kalt

Am Vier-Dörfer-Treffen nehmen 125 Gäste teil – davon übernachten zehn beim Ammann.

Stefan Grunder wird über das erste Juli- Wochenende bei sich zu Hause im Gästezimmer schlafen. Sein Bett räumt der Eiker Gemeindeammann für den Vorsteher von Eke und dessen Frau. Grunder und seine Partnerin bringen am Vier-Dörfer-Treffen, an dem 125 Gäste aus Eke (Belgien), Eecke (Frankreich) und Eicken-Bruche (Deutschland) nach Eiken reisen, insgesamt zehn Gäste bei sich unter. «Die Gäste bekommen einen Hausschlüssel, und der Kühlschrank ist voll», sagt Grunder. «Jeder kann sich bedienen.»

Ganz wie es die Gastfreundschaft gebührt, haben sich rund 40 Eiker bereit erklärt, die Gäste aus dem Ausland bei sich aufzunehmen. «Die privaten Unterkünfte bilden den Rahmen, in dem persönliche Kontakte zwischen den Menschen der Partnergemeinden entstehen oder vertieft werden. Bei einer Unterbringung im Hotel wäre diese Kontaktpflege so nicht möglich», erklärt OK-Präsident Daniel Saridis.

Der Ursprung der Partnerschaft

Die Entstehung der internationalen Vierer-Freundschaft liegt in den Nachwehen des Zweiten Weltkriegs begründet. So sehnten sich die Einwohner aus dem deutschen Eicken nach einem Europa in Freundschaft unter den Völkern. Initianten aus dem deutschen Dorf suchten deswegen nach grenzüberschreitenden Gemeinsamkeiten – und fanden diese in Eiken, Eke und Ecke. 1965 war es, als das erste Vier-Dörfer-Treffen in Eicken-Bruche stattfand. Seither wird das Vier-Dörfer-Treffen in einem Abstand von zwei bis drei Jahren ausgerichtet, wobei der Austragungsort regelmässig gewechselt wird.

2010 war Eiken zum letzten Mal Gastgeber des Vier-Dörfer-Treffens – leider ohne Gäste aus Belgien, weil es Eke terminlich nicht schaffte, eine Delegation zu entsenden. «Aufgrund dessen haben wir am letzten Treffen 2017 in Eke gleich einen Termin mit den Partnergemeinden festgemacht», sagt Grunder, der sich mit einer Eiker Delegation auf eigene Kosten im vergangenen November auf eine 2400 Kilometer lange Fahrt machte, um die offizielle Einladung den Vorstehern der drei Partnergemeinden vorbeizubringen.

«Diese Tradition hochzuhalten, ist kein Selbstläufer», sagt Saridis. Weil die alte Generation, welche die Vier-Dörfer-Tradition bis anhin lebendig gehalten habe, kleiner werde, versuche man, die jüngere Generation für dieses Brauchtum zu begeistern. So besteht das Treffen nicht nur aus einer Aneinanderreihung von offiziellen Akten, sondern hält für die ganze Bevölkerung Attraktionen bereit. So etwa mit einem Bierzelt auf dem Schulhausplatz (Samstag, ab 14 Uhr) und einem Festbetrieb mit internationaler Küche (Samstag, ab 16 Uhr). Am Sonntag startet das Fest mit Schweizer Küche ab 11.30 Uhr. Ab 14 Uhr kommen Folklore-Fans auf ihre Kosten: Auf dem Festplatz treten die Trachtengruppe Eiken, die Alphornvereinigung Luzern und die Trychler und Fahnenschwinger Immensee auf.

Das Eiker OK empfängt die Delegationen aus den Partnergemeinden offiziell im Gemeindehaus. Anschliessend haben die Gäste die Möglichkeit, sich unter anderem auf einen Entdeckungsspaziergang auf einen historischen Pfad zu begeben. «Wir haben QR-Codes auf wichtigen Gebäuden der Gemeinde anbringen lassen, die von den Gästen mit ihrem Smartphone gescannt werden können», sagt Saridis. Dadurch erhalten die Gäste Bilder, Videos oder Texte zu den entsprechenden Gebäuden auf ihr Smartphone.

Höhepunkt für Saridis ist der Fackelmarsch, bei dem die drei Delegationen in Begleitung von Tambouren von unterschiedlichen Startpunkten aus in Richtung Schulhausplatz laufen (Sonntag, 22 Uhr). Am Montagmorgen nehmen die Gastgeber zusammen mit ihren Gästen im kulturellen Saal ein «Buurezmorge» ein, bevor diese die Heimreise antreten.

Vier-Dörfer-Treffen: Freitag, 5. Juli, bis Montag, 8. Juli, Eiken.

Autor

Dennis Kalt

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