Möhlin
Vor Umbau und Abriss: Ein letztes Mal Kultur in der Rösslischüüre

Nach einer Ausstellung im historischen Gebäude soll ein Baugesuch für dessen Umbau eingereicht werden. Wohnhaus und Restaurant sollen abgerissen und auf dem Areal eine Wohnüberbauung erstellt werden. Die Rösslischüüre soll zum Restaurant werden.

Nadine Böni
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Die Rösslischüüre wurde zuletzt für kulturelle Anlässe genutzt. Jetzt soll darin ein Restaurant entstehen. Das ehemalige Restaurant wird derweil abgerissen.Nadine Böni

Die Rösslischüüre wurde zuletzt für kulturelle Anlässe genutzt. Jetzt soll darin ein Restaurant entstehen. Das ehemalige Restaurant wird derweil abgerissen.Nadine Böni

Nadine Böni

Die Rösslischüüre – sie ist wohl nicht nur vielen Möhlinern ein Begriff. Das alte Gebäude an der Hauptstrasse diente dem traditionellen Lehrertheater während fast 30 Jahren als Spielort und wurde so – quasi im Schatten des Theaters – weit über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannt.

Ein Hochstudhaus mit hohem Giebel, wie sie im 16. und 17. Jahrhundert gebaut wurden. Eines der letzten seiner Art in Möhlin. Es trug mit seinem urchigen Charme seinen Teil zum Erfolg des Theaters bei.

2011 aber zog das Lehrertheater aus der Schüüre in eine Halle im Bata-Park. «Die lieb gewonnene Rösslischüüre ist nun endgültig passé», hiess es damals in der Aargauer Zeitung. Die Schüüre sowie das angrenzende Wohnhaus und Restaurant waren verkauft worden. Wie es auf dem Areal weitergehen sollte, war offen. Die Idee einer Überbauung stand im Raum.

Restaurant in der Schüüre

Vier Jahre später stehen Rösslischüüre, Wohnhaus und Restaurant noch. Aber es kommt Bewegung in die Angelegenheit. Dem Gemeinderat liege eine Voranfrage vor, sagt Gemeindeammann Fredy Böni. Besitzerin und Architektin Marina Zimmermann bestätigt das auf Anfrage. Die Planungen seien im Gang, sagt sie. «Ziel ist es, im Oktober ein Baugesuch einzureichen.»

Wohnhaus und Restaurant sollen abgerissen und auf dem Areal eine Wohnüberbauung mit Gewerberäumlichkeiten im Erdgeschoss erstellt werden. Die Rösslischüüre aber wird stehen bleiben. Sie steht seit 2002 unter Substanzschutz. Der Umbau darf nur so erfolgen, dass dessen Vorgaben erfüllt werden.«Die Idee ist, dass in der Schüüre ein Restaurant entsteht.

So ist die Rösslischüüre auch nach dem Umbau öffentlich zugänglich», gibt Marina Zimmermann einen Einblick in die Planungen. «Es war mir immer ein Anliegen, dass die Schüüre öffentlich zugänglich bleibt.» Einen definitiven Zeitplan für die Umsetzung möchte Zimmermann noch nicht festlegen. Einige Monate habe sie für das Baugesuchsverfahren vorgesehen.

Ausstellung zum Schluss

Bei der Gemeinde sei man gespannt, wie die detaillierten Planungen im Baugesuch aussehen, sagt Gemeindeammann Böni. «Es ist schön, dass dieses markante Gebäude im Dorf erhalten bleibt und auch die Öffentlichkeit es weiterhin nutzen kann.»

Gut möglich aber, dass nun der letzte kulturelle Anlass in der Rösslischüüre stattfindet. «Geht mit dem Baugesuchsverfahren alles nach Plan, ist das sogar sehr wahrscheinlich», sagt Zimmermann.

Am Freitag startet die Ausstellung des Kunstmalers Kurt Böni. Für den einheimischen Künstler ist die Ausstellung auch deswegen «etwas ganz Spezielles.» Er sagt: «In diesem Gebäude auszustellen, war ein lange gehegter Wunsch, der nun in Erfüllung geht.» Zeigen wird er neben Stillleben und abstrakten Bildern auch Dorfansichten – von alten Häusern, die verschwunden sind. Anders als die Rösslischüüre.

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