Wallbach
Die Kilts bleiben im Kleiderschrank: Veranstalter sagen Highland Games ab

Beim Organisationskomitee ist die Enttäuschung gross. Doch das finanzielle Risiko für die Durchführung des Events nach schottischer Art ist aufgrund der Auflagen zu hoch. Bei Terminansetzung ging man noch vom Fallen der Beschränkungen für den Sommer aus.

Dennis Kalt
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Die Fricktaler Highland Games – zu denen auch das Baumstammwerfen gehört – finden dieses Jahr nicht statt.

Die Fricktaler Highland Games – zu denen auch das Baumstammwerfen gehört – finden dieses Jahr nicht statt.

hcw (Wallbach: 5. Juni 2016)

Streitäxte, Hämmer und Baumstämme – dies alles hätte eigentlich am ersten Septemberwochenende in Wallbach durch die Luft fliegen sollen. Doch das Organisationskomitee der Fricktaler Highland Games, an denen die Teilnehmer im Kilt nach schottischer Tradition ihre Kräfte messen, hat sich entschlossen, den Event abzusagen. «Die Enttäuschung ist bei allen gross», sagt OK-Mitglied Tom Hasler. Doch das finanzielle Risiko einer Durchführung mit dem Mehraufwand durch die Umsetzung der verlangten Auflagen des Bundesamtes für Gesundheit sei zu gross.

Als das OK die Veranstaltung terminierte, befanden sich die Inzidenzen im Sinkflug. Wie Hasler sagt, ging man zu diesem Zeitpunkt davon aus – mit Bezug auf die Kommunikation des Bundesrates –, dass zu Ende Sommer hin die Beschränkungen für Veranstaltungen im Freien aufgehoben sein würden. Doch die Delta-Variante verhinderte dies. Hasler sagt:

«Momentan gibt es keine Aussichten auf weitere Lockerungen, was bedeutet, dass sich maximal 500 Personen gleichzeitig auf dem Areal aufhalten dürfen.»

Um dies zu kontrollieren, hätten die Veranstalter das etwa drei Fussballfeder grosse Areal rundherum einzäunen müssen, um die Besucher abzuzählen. Hasler sagt:

«Für die Abzäunung hätte allein die Miete für das Material etwa 7000 Franken gekostet.»

Zudem geht er davon aus, dass die Personenlimite die Veranstaltung in ein zu enges Korsett eingeschnürt hätte. Denn allein die Wettkämpfer machten rund 100 Personen aus. Hinzu kommen die Zuschauer, die Musikformationen mit Dutzenden Mitgliedern sowie der Mittelaltermarkt und seine Besucher. «Und nur etwa den Markt auszurichten, das wäre der Veranstaltung nicht gerecht geworden», sagt Hasler.

Veranstalter kommen mit blauem Auge davon

Immerhin, so Hasler, habe sich der Aufwand für die Veranstaltung finanziell bisher noch in Grenzen gehalten. Lediglich für die Werbung habe man schon Auslagen gehabt. Dank eines Beitrags des Swisslos-Fonds, den die Veranstalter trotz abgesagtem Event erhalten, müssen voraussichtlich keine finanziellen Verluste verbucht werden.

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