Rheinfelden

«Was glaubt ihr, wie lange lebt ein Kaugummi, den ihr jetzt wegspuckt?»

Die Ausbeute ihrer zweistündigen Sammelaktion wird von den Viertklässlern gespannt begutachtet.

Die Ausbeute ihrer zweistündigen Sammelaktion wird von den Viertklässlern gespannt begutachtet.

Viertklässler sammeln Müll und setzen ein Zeichen gegen Littering. Doch die Aktion ist auch sehr lehrreich.

«Was glaubt ihr, wie lange lebt ein Kaugummi, den ihr jetzt wegspuckt?» Hans Gloor, Rheinfelder Stadtrat, sieht fragend in die Runde? Die Viertklässler raten drauflos. Ein Jahr? Zwei Jahre? «Wenn ihr aus der Schule kommt, hat sich der Kaugummi aufgelöst. So lange liegt er als Abfall herum», sagt Gloor und versucht mit dem kleinen Beispiel die Langlebigkeit der achtlos weggeworfenen Dinge zu verdeutlichen.

Noch viel länger lebt, was in den schwarzen Müllsäcken auf dem Werkhofplatz vor sich hinmüffelt. Es sind jede Menge Aludosen, PET- und Glasflaschen, Plastiktüten und Papierabfälle. Aber auch Spezielles wie Fernbedienung, Portemonnaie, Eisenstange und Plastikschalen. Anlässlich der Aktion «Sauberes Fricktal» haben rund 100 Viertklässler aus den Rheinfelder Primarschulen diesen Abfall am Mittwoch zusammengetragen.

Mit Greifzange und Müllsack

Am Morgen wurden die Schüler im Werkhof mit gelben Warnwesten, Handschuhen, Greifzangen und Müllsäcken ausgerüstet und zogen dann voller Energie los in ihre jeweiligen Sammelgebiete. Lehrpersonen und eine Helferdelegation des «Feldschlösschen» begleiteten sie. Sammelorte waren die Gebiete Zähringerplatz, Mädchenschule und Kohlplatzkreuzung.

Zwei Stunden und eine Znünipause später, trugen sie ihr Sammelgut zurück zum Werkhof. Jetzt sitzen alle mit gespannten Gesichtern vor dem bereitgestellten Plexiglasbehälter. Wie weit wird er sich mit dem Sammelgut füllen? Einen Müllsack nach dem anderen leeren die Werkhofmitarbeiter in den Behälter. Am Schluss reicht der Müllpegel über die Hälfte hinaus.

Der Abfall einer Woche

«Hier seht ihr, wie viel Abfall in nur einer Woche in eurem Sammelgebiet weggeworfen wurde», richtete sich Stadtrat Hans Gloor an die Schüler. Alle Gebiete seien vor einer Woche noch gesäubert worden. Wenn Abfall einfach weggeworfen werde, schade das der Umwelt und mache viel Arbeit, an der keiner Spass habe.

«Ich glaube, dass ihr vor allem dann Dinge wegschmeisst, wenn ihr mit euren Kameraden unterwegs seid», sagt Gloor. «Seid ein Vorbild für eure Freunde und werft den Abfall nicht einfach weg», ist sein Appell.

Auch wenn es, laut Werkhofleiter Andreas Frömcke, im vergangenen Jahr besser geworden ist mit dem Littering in Rheinfelden, wird der Abfallturm als Fingerzeig für mehr Sauberkeit in der Stadt auf dem Zähringerplatz aufgestellt. Zumindest solange, wie es die Geruchsemissionen erlauben.

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