Oberes Fricktal

Was lebt da eigentlich in unserem Wald? Neuer Infoparcours klärt auf

Das hier ist zum Beispiel eine Waldohreule. Hätten Sie das gewusst?

Das hier ist zum Beispiel eine Waldohreule. Hätten Sie das gewusst?

Neue Infoparcours sollen die Artenvielfalt im Forst aufzeigen. Damit man weiss, dass der Auerhahn anspruchsvoll ist und nur selten im Wald entdeckt werden kann.

 «Salut bei mir. Ich bin anspruchsvoll und darum selten.» Das steht zum Beispiel auf der Tafel zum Auerhuhn. Das ist das Konzept dahinter: Waldbesucher sollen nicht mit wissenschaftlichen Informationen überhäuft werden. Sie sehen auf den jeweiligen Tafeln den Umriss des Tieres und dazu passend einen kurzen und knackigen Satz. Wer mehr Infos möchte, kann auf der Website www.wald-vielfalt.ch vertiefte Infos einholen. Aufgeschaltet hat die Website das Bundesamt für Umwelt (Bafu), das hinter der Kampagne für mehr Biodiversität im Wald steht.

Das Projekt soll die Vielfalt der Arten aufzeigen, die Waldbesucher wohl meist nicht lebendig zu sehen bekommen. Sie sind einfach zu scheu und leben zu versteckt. Dazu, sich dennoch ein Bild von ihnen machen zu können, sollen die Tafeln dienen.

Tafeln für den Luchs und die Riesenholzwespe

Die Tafeln sind schweizweit die Gleichen. Aber bei der Auswahl sind die örtlichen Verantwortlichen frei. «Ich habe zum Beispiel die Tafel mit dem Auerhuhn weggelassen, weil das bei uns einfach nicht vorkommt», sagt Jeremias Boss, Leiter des Forstbetriebs Wölflinswil-Herznach-Oberhof-Ueken. Doch bei der Riesenholzwespe und dem Luchs fand er: Doch, die sollen bei uns je eine Tafel haben. Insgesamt hat er 15 Tafeln aufgestellt, entlang eines zwischen zwei und drei Kilometer langen Rundwegs.

Nur 50 Tafelsätze für die ganze Deutschschweiz

Noch bis einschliesslich Juli beginnt dieser am Schützenhaus Ueken. Danach baut Boss ihn ab und verlegt ihn nach Oberhof-­Wölflinswil, an den Zwei-Dörfer-Weg, oberhalb des Burghofs. Dort wird er bis Ende November zugänglich sein, schätzt der Förster.

Wobei Boss gerne gleich zwei Parcours auf einmal installiert hätte. «Aber für die gesamte Deutschschweiz gab es nur 50 Tafelsätze. Und die Nachfrage danach war gross.» Von acht Aargauer Forstbetrieben, zwei davon liegen im Fricktal, waren Bestellungen eingegangen. Wo sie liegen, listet die Website www.wald-vielfalt.ch ebenfalls auf.

Wettbewerb läuft noch bis Ende November

Bis 30. November ist auch noch der vom Bafu lancierte Wettbewerb aktuell. Am Start der jeweiligen Parcours liegen Flyer aus, die man mitnimmt, unterwegs ausfüllt und dann beim Bafu in der Hoffnung auf Preise einreicht – nicht nur für Kinder eine Motivation, den Weg zu gehen.

«Den Wald nutzen heut­zutage viele. Aber oft ist der Blick darauf sehr auf die eigenen Bedürfnisse reduziert», findet Förster Boss. «Der Infoparcours soll den Blick darauf weiten», führt er als Motiv zur Teilnahme an.

Gern habe man die Chance genutzt, die Tafeln zum Nulltarif zu beziehen. Nur aufstellen musste sie Boss selbst: Arbeitsaufwand etwa einen halben Tag.

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