Rheinfelden

Wegen neuer Ausrichtung der Schule: Rektor Hans Marthaler verlässt das Berufsbildungszentrum Fricktal

Er geht: Hans Marthaler gibt die Leitung des Berufsbildungszentrums Fricktal ab.

Er geht: Hans Marthaler gibt die Leitung des Berufsbildungszentrums Fricktal ab.

Hans Marthaler wird als zurücktretender Rektor des Berufsbildungszentrums durch Tom Krause ersetzt. Mit dem im letzten Jahr durch den Regierungsrat erlassenen Standortkonzept verändert sich auch einiges bei der Anzahl der Schüler. Statt 700 bis 800 Schüler drücken ab dem Sommer noch rund 250 Schüler die Schulbank.

Das Berufsbildungszentrum Fricktal (BZF) in Rheinfelden ist im Umbruch. Nicht weil es das will, sondern weil es das muss. Der Regierungsrat hat im letzten Jahr ein neues Standortkonzept für die Berufsfachschulen erlassen. Darin taucht das BZF zwar nach wie vor auf, was nicht immer klar war und was im Fricktal für ein kollektives Aufatmen sorgte.

Aber: Die Schule wird ab August eine andere sein. Der grössere gewerbliche Teil fällt weg, zurück bleiben das KV und die Detailhandelberufe. Statt 700 bis 800 Schüler drücken ab dem Sommer in Rheinfelden noch rund 250 Schüler die Schulbank.

Neu werden ab August zwar auch Lernende aus dem Gesundheitsbereich in den Räumen des BZF unterrichtet. Sie zählen aber nicht zum BZF, sondern sind der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales in Brugg angegliedert. Rheinfelden wird, dies war ebenfalls Teil des regierungsrätlichen Reformprojekts, zum Aussenstandort für die Gesundheitsberufe.

21 Lehrpersonen mussten sich neu orientieren

Der Schrumpfungsprozess hatte Folgen für das BZF-Lehrerteam: 21 Lehrpersonen mussten sich neu orientieren. Und das Kleiner-Werden hat Folgen bei der Schulleitung: Hans Marthaler gibt das Rektorenamt per 1. August ab, wie am Mittwoch bekannt wurde. Neuer Rektor wird Tom Krause, der seit 2006 im BZF arbeitet und aktuell Konrektor des Bereichs «KV und Detailhandel» ist.

Er übernimmt ab August: Tom Krause ist ab August Rektor des BZF. Bereits seit 2006 ist er an Bord.

Er übernimmt ab August: Tom Krause ist ab August Rektor des BZF. Bereits seit 2006 ist er an Bord.

Es sei für ihn in dem Moment, als der Regierungsrat die Reform beschlossen habe, klar gewesen, dass er auf das Schuljahr 2020/21 zurücktreten werde, sagt Marthaler auf Anfrage. «Die neue Schule entspricht nicht mehr dem Schulprofil, auf das ich mich beworben habe und dem ich vorstand.» Die Schule sei viel kleiner, und vor allem falle der gewerbliche Teil weg. Diesem fühlte sich Marthaler, von Haus aus Physiker, in seiner beruflichen Laufbahn stets stark verbunden.

Schulvorstand ist froh um interne Lösung

Marthaler wird das BZF Ende Oktober verlassen. Bis dahin steht er dem neuen Rektor als «Berater und Begleiter» zur Seite, wie es in einer Medienmitteilung heisst. In der Mitteilung dankt der Schulvorstand Marthaler «für sein betriebswirtschaftlich geprägtes Wirken als Schulleiter seit August 2014 und für seine Bereitschaft, die neue Schule zu einem guten Start zu begleiten».

Was Marthaler, der an der künftigen Schulstruktur massgeblich mitgearbeitet hat, nach seinem Austritt machen wird, ist noch unklar. «Ich bin ein offener Mensch – derzeit noch etwas offener als sonst», sagt er mit einem Lachen.

Im Schulvorstand ist man froh, eine interne Lösung gefunden zu haben. Tom Krause kenne die Schule und alle künftig dort tätigen Lehrkräfte schon sehr gut, heisst es in der Mitteilung. «So kann er sich ideal dem Auf- und Ausbau des neuen BZF widmen.»

Am BZF begann Krause 2006 als Stellvertretung, arbeitete später als hauptamtliche Lehrperson, übernahm Funktionen als Fachvorstand Detailhandel, in der Q-Leitung und zuletzt als Konrektor für den kaufmännischen Bildungsbereich. Für die Ausbildung junger Lehrpersonen an der Fachhochschule Nordwestschweiz engagierte er sich zusätzlich als Praxislehrer. Krause ist verheiratet, 50 Jahre alt und hat zwei Kinder. Seine Freizeit verbringt er gerne mit seiner Familie und in der Natur.

Mit der neuen Ausrichtung der Schule gibt es auch Anpassungen beim Schulvorstand. Dieser wird von bisher 13 auf 7 Personen verkleinert, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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