Frick

Weniger Geld für die Sicherheit in Asylunterkünften – was bedeutet das für das «Container-Dörfli»?

Im «Container-Dörfli» im ehemaligen A3-Werkhof leben rund 160 Asylsuchende. Bislang gab es mit der Asylunterkunft keine grösseren Probleme. Mario Heller

Im «Container-Dörfli» im ehemaligen A3-Werkhof leben rund 160 Asylsuchende. Bislang gab es mit der Asylunterkunft keine grösseren Probleme. Mario Heller

Statt 6,8 Millionen Franken stehen ab 2018 noch 3,6 Millionen Franken pro Jahr für Patrouillen, Objektschutz und Zugangskontrollen zur Verfügung. Doch was heisst das für Frick, wo der Kanton die derzeit grösste Asylunterkunft betreibt?

Der Kanton gibt künftig nur noch halb so viel Geld für Sicherheitsdienstleistungen in und um die Asylunterkünfte aus. Das beschloss der Grossrat am Dienstag – in seltener Einmütigkeit: Mit 119 zu 0 Stimmen genehmigte er einen entsprechenden Antrag der Regierung.

Statt 6,8 Millionen Franken stehen ab 2018 noch 3,6 Millionen Franken pro Jahr für Patrouillen, Objektschutz und Zugangskontrollen zur Verfügung. Insgesamt 14,4 Millionen Franken bis 2021.

Erreicht werden die Einsparungen, indem die Zahl der Einsatzstunden um rund ein Drittel gekürzt wird und indem der Kanton den Anbieter wechselt. Die neue Sicherheitsfirma – die Verkehrsüberwachung Schweiz – offerierte mit deutlich tieferen Stundenansätzen als das bisherige Unternehmen, die Securitas AG.

Doch was heisst das für Frick, wo der Kanton die derzeit grösste Asylunterkunft betreibt? Im sogenannten «ContainerDörfli» im ehemaligen A3-Werkhof leben seit Mitte April um die 160 Asylsuchende. Die Unterkunft wird im Auftrag des Kantons durch die Betreuerfirma ORS Service AG betrieben.

«Diese Veränderung betrifft die Asylunterkunft in Frick nicht», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage der AZ. Denn bislang sei es nicht erforderlich gewesen, zusätzlich eine private Sicherheitsfirma zu engagieren. Die Sicherheit in und um die Unterkunft werde von der ORS Service AG gemeinsam mit der Polizei Oberes Fricktal und in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei gewährleistet.

Die Lage ist ruhig

Und um diese Sicherheit ist es, darin sind sich Michael Widmer und Polizeichef Werner Bertschi einig, gut bestellt. Es seien bislang keine nennenswerten Vorfälle zu verzeichnen gewesen, bilanziert Bertschi. «Die Lage in und um die Unterkunft ist ruhig», sagt der Chef der Polizei Oberes Fricktal.

Dass es so ruhig ist, ist primär auf vier Gründe zurückzuführen: Erstens werden die Asylsuchenden im 24-Stunden-Betrieb betreut. Das sorgt für klare (Spiel-) Regeln und damit auch für Ruhe. «Die professionelle, respektvolle und enge Betreuung der Asylsuchenden durch die Firma ORS im 24-Stunden-Betrieb hat sich bewährt», konstatiert der Fricker Gemeindeschreiber.

Zweitens liegt die Asylunterkunft ausserhalb des bewohnten Gebietes. Das vermindert das Konfliktpotenzial. Drittens haben Freiwillige ein Beschäftigungs- und Lernangebot – Deutschkurse etwa oder Gartenarbeit – auf die Beine gestellt. Das nimmt die Langeweile, baut Druck ab und beugt Spannungen vor. Dieses Angebot schätzen Kanton und Gemeinde als wichtig und hilfreich ein. «Das grosse Engagement der privaten Kontaktgruppe Asyl wirkt positiv», ist Widmer überzeugt.

Und viertens markiert die Polizei seit der Eröffnung der Asylunterkunft vor gut vier Monaten Präsenz rund um die Unterkunft. Das wird sie weiter tun, wie Bertschi bestätigt; die Asylunterkunft bleibe ein Kontrollschwerpunkt.

Zusammenarbeit funktioniert

All dies trägt zur Sicherheit bei. Widmer ist überzeugt: Das wird auch so bleiben. «Nachdem die Sicherheit bisher ohne privaten Sicherheitsdienst gewährleistet werden konnte, erwarten wir keine Verschlechterung», sagt er. Für ihn ist klar, «dass eine professionell betreute Unterkunft mit klaren Regeln, aber auch einem menschenwürdigen Umfeld zu weniger Konflikten und damit automatisch zu mehr Sicherheit führt».

Die Zusammenarbeit aller involvierten Instanzen erlebt Widmer als «vertrauensvoll und professionell». So fänden regelmässig Absprachen zwischen der Polizei und der Betreiberfirma statt. «Ausserdem werden ebenfalls regelmässig, aber weniger häufig Lagebeurteilungen durchgeführt, bei denen auch die Anwohner und die Gemeinde vertreten sind.»

Michael Widmer zieht denn auch eine positive Zwischenbilanz nach vier Monaten «Container-Dörfli». Zum einen könne den Asylsuchenden in Frick dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von kantonalen und kommunalen Behörden eine «gut gelegene, menschenwürdige Unterkunft» geboten werden. «Andererseits ist es erfreulich zu sehen, dass die Unterkunft zu keinen Problemen im Zusammenleben mit der übrigen Bevölkerung führt.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1