Frick

Weniger Geld von Swisslos für die Tennishalle – jetzt retten die Clubmitglieder das Projekt

Tennishalle und Aussenplätze werden ab September gebaut.

Tennishalle und Aussenplätze werden ab September gebaut.

Weil es für die Tennishalle in Frick weniger Swisslos-Gelder als ursprünglich erwartet gibt, fehlte auf einmal eine sechsstellige Summe. Nun springen die Clubmitglieder ein – ihr Rettungsschirm sichert das 3,5 Millionen teure Hallenprojekt.

Es war «schon ein Schock», sagt Massimo Fini, Präsident des Tennisclubs Frick. Zwar hatte sich nach einer Verordnungsänderung beim Kanton abgezeichnet, dass der Klub für sein Tennishallenprojekt weniger Geld aus dem Swisslos-Fonds erhält als ursprünglich erwartet. «Dass es dann aber eine sechsstellige Summe sein wird, die weniger fliesst, hat uns doch überrascht und vor grosse Herausforderungen gestellt.»

Denn eigentlich war zum Zeitpunkt, als die Verordnung geändert wurde, schon fast alles bereit. «Wir waren mit den Vorarbeiten für die Halle auf Kurs und hatten den Baustart auf September fixiert», sagt Fini.

Doch dann fehlte auf einmal eine sechsstellige Summe beim 3,5-Millionen-Projekt, mit dem der Klub auf seiner Anlage am Juraweg eine Halle mit drei Plätzen, vier neue Aussencourts sowie einen zusätzlichen Squashplatz – der Squash-Club Fricktal beteiligt sich mit 400000 Franken für den dritten Squashcourt am Projekt – bauen will.

Drei Varianten standen zur Diskussion

Krisensitzung im Kernteam. Wegen Corona per Videokonferenz. Drei Varianten standen zur Diskussion: Abbruch der Übung, Verschieben um ein Jahr oder einen Rettungsschirm aufspannen. Ein Abbruch kam wegen der bereits getätigten Ausgaben nicht in Frage. «Wir hätten sonst eine hohe Summe amortisieren müssen, ohne etwas davon zu haben.» Verschieben war auch nicht ideal, denn das hätte nicht nur einen Mehraufwand mit sich gebracht, sondern auch höhere Kosten.

Also machte sich das Kernteam aus dem OK auf, nach einem Rettungsschirm zu suchen. Sie fanden ihn – in Form «einer Handvoll» Klubmitglieder, die bereit sind, das fehlende Kapital langfristig und zu günstigen Konditionen einzuschiessen. Fini ist erleichtert. «Ohne diesen Rettungsschirm hätten wir im Herbst nicht mit dem Bau starten können.»

Allerdings hofft Fini nach wie vor, dass der Schirm gar nicht erst zum Tragen kommt. «Die Klubmitglieder stehen hinter dem Hallenprojekt und haben bereits Darlehen in sechsstelliger Höhe gezeichnet», freut sich der Klubpräsident.

«Herausforderungen gehören zu jeder Sportart dazu»

Man werde nun nochmals auf die Mitglieder zugehen. Neue Darlehen seien ebenso willkommen wie eine Erhöhung des bereits zugesicherten Betrages oder ein temporärer Verzicht auf den Darlehenszins. «Zeichnen können natürlich auch Nicht-­Klubmitglieder Darlehen», sagt Fini. Zudem werden Gespräche mit Firmen für Stehbeiträge geführt und es stehen gezielte Aktionen zur Mittelbeschaffung an. Zusätzlich wird der Verein auch ein Wiedererwägungsgesuch an den Regierungsrat verfassen. «Die Erfolgsaussichten sind allerdings beschränkt», denkt Fini.

Die Vorfreude auf die Tennishalle lassen sich Fini und seine Mitstreiter nicht nehmen. «Das wird ein Hit», ist sich der Präsident sicher. Die Zusatzschlaufe in der Finanzierung, die der Klub nun einlegen musste, nimmt Fini sportlich. «Herausforderungen gehören zu jeder Sportart dazu.»

Auffahren werden die Bagger Ende August. Die vier heutigen Sandplätze, die über 40 Jahre alt sind und neu angelegt werden, werden ab Mitte September in zwei Etappen ausser Betrieb genommen. «Unser Ziel ist es, dass die neuen Aussenplätze im April 2021 spielbereit sind», sagt Fini. Für die Halle bleibt etwas mehr Zeit; diese wird im Herbst 2021 eingeweiht und dann heisst es in Frick erstmals in einer Tennishalle: Spiel, Satz und Sieg.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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