Badesaison

«Wenn Corona nicht wäre»: Weniger Badi-Besucher trotz Spitzenjahr

Wegen Corona gibt es Absperrgitter in der Badi in Frick.

Wegen Corona gibt es Absperrgitter in der Badi in Frick.

Vom Wetter her hätte 2020 für die Badis in der Region ein Spitzenjahr werden können – wäre Corona nicht gewesen. Die Betreiber hoffen auf ein normaleres Jahr im 2021.

Zum Saisonabschluss dürfen sich die Fricktaler Schwimmbäder noch einmal auf ordentlich Sonne freuen. Dieses Wochenende geht die Saison im Rheinfelder Strandbad zu Ende, kommende Woche dann auch in Möhlin, Frick, Laufenburg und Kaiseraugst. Dann ist die ­Badi-Saison 2020 im Fricktal Geschichte. Es war eine Saison, die allen als speziell in Erinnerung bleiben wird.

Angefangen hat sie erst Ende Juni, bedingt durch den Covid-19-Lockdown einige Wochen später als gewohnt – und unter aussergewöhnlichen Bedingungen. Markus Bättig, Betriebsleiter im Freizeitzentrum Vitamare in Frick, sagt denn auch: «Vom Wetter her hätte 2020 das Potenzial für ein Spitzenjahr gehabt. Wenn Corona nicht gewesen wäre.» So aber sei es «eigentlich unmöglich, eine normale Bilanz zu ziehen».

Alle Badis mussten Schutzmassnahmen umsetzen und so etwa Besucherobergrenzen einführen, sowohl für die ganze Anlage als auch für die Becken. In Frick wurde die Obergrenze über Jetons kontrolliert, die am Eingang an die Besucher ausgegeben wurden. Beim Betreten eines Beckens mussten die Besucher ihren Jeton dem Badmeister aushändigen und beim Verlassen der Anlage zurückgeben. «Das hat meistens gut funktioniert», sagt Bättig und spricht von «vereinzelten Problemen» – so ging der eine oder andere Jeton verloren.

Mehr oder weniger ­Verständnis für Regeln

Die Badegäste hätten die Einschränkungen gut akzeptiert und Verständnis gezeigt, sagt Willy Vogt, Betriebsleiter des Strandbads Rheinfelden. So oder ähnlich tönt es auch in den anderen Fricktaler Badis, wobei es durchaus auch Ausnahmen gegeben habe. Denn so ganz präsent oder genehm schienen die geltenden Regeln dann doch nicht allen Gästen zu sein. ­«Gerade auf die Abstandsregeln mussten wir ab und zu hinweisen», sagt Franz Meier, Badi-­Verantwortlicher in Wölflinswil. «Es gab durchaus vereinzelte Gäste, die das nicht so ernst nehmen wollten», sagt auch Markus Bättig.

Entsprechend sei die Geduld der Mitarbeitenden gefragt gewesen, die geltenden Regeln immer und immer wieder zu erklären, so Bättig. Ebenso tönt es in Möhlin: «Wir betätigen uns nur ungern als Corona-Polizisten. Aber in manchen Fällen mussten wir einschreiten», sagt Badmeister Christian Herzog. Und: «Es war zeitweise eine Herausforderung, unsere Aufgabe als Aufsicht wahrzunehmen und gleichzeitig darauf zu achten, dass die Coronaregeln nicht missachtet werden.»

Auch auf die Besucherzahlen hatte Corona einen Einfluss. Das führte einerseits dazu, dass die coronabedingten Obergrenzen für Besucher kaum einmal erreicht wurden. Andererseits aber auch, dass die Zahlen teils deutlich tiefer als in den Vorjahren liegen. In Frick etwa rechnet Markus Bättig bis Ende Saison mit einem Minus von rund 20000 Eintritten gegenüber den Vorjahren. Rheinfelden liegt derzeit bei 54000 Eintritten. Das ist rund zehn Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt und deutlich unter dem Wert von 2019, als rund 70000 Eintritte verkauft wurden.

Im Juli und August waren die Eintrittszahlen gut

Wobei bei den Zahlen natürlich beachtet werden muss, dass es sich gerade 2018 und 2019 um gute Jahre handelte und die diesjährige Saison erst verspätet starten konnte. Über die restliche Saison verteilt nämlich seien die Eintrittszahlen durchaus gut gewesen, sagt Christian Herzog. Im Juli etwa verzeichnete das Möhliner Schwimmbad 18'000 Eintritte, im August immerhin noch 14'000. «Beides sind gute Werte», so Herzog.

Nichtsdestotrotz hoffen die Badi-Verantwortlichen, dass die Saison 2021 wieder normal – oder zumindest: normaler – wird. In Frick dürfte so oder so etwas von Corona hängen bleiben. Die extra aufgebauten zusätzlichen Umkleiden nämlich seien bei den Gästen gut angekommen. «Ziel ist es, dass sie auch nach Corona in Betrieb bleiben», sagt Markus Bättig.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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