Herznach

Widerstand im Tal: 981 Unterschriften gegen die Deponie

Max Sterchi (links) übergibt dem Herznacher Gemeindeammann Thomas Treyer die Petition gegen den Bau der Aushubdeponie. GHI

Max Sterchi (links) übergibt dem Herznacher Gemeindeammann Thomas Treyer die Petition gegen den Bau der Aushubdeponie. GHI

Die geplante Aushubdeponie im Gebiet Buech stösst im Staffeleggtal auf massiven Widerstand. Der Verein «Erhalt Buech» nutzte die Herznacher Gemeindeversammlung zur Übergabe der von 981 Personen unterzeichneten Petition gegen die Aushubdeponie.

Unter den Unterzeichnenden sind sowohl Einwohner von Herznach, als auch der Nachbargemeinden Ueken, Zeihen und anderen Gemeinden. Dieses Sammelergebnis sei «fast nicht zu toppen», sagte ein erfreuter Max Sterchi im Namen des Vereins. «Mit dieser Petition hat die Bevölkerung ein starkes Zeichen gesetzt.»

Voruntersuchung im Juni

In der Petition wird der Gemeinderat Herznach aufgefordert, das Projekt Aushubdeponie zurückzuziehen, respektive dieses zu bekämpfen. Gemeindeammann Thomas Treyer nahm die Petition entgegen und meinte: «Wir sind zum Gespräch bereit.» Treyer informierte an der Gemeindeversammlung weiter über den Stand in Sachen Aushubdeponie. So werden im Juni 2015 unabhängige Fachbüros Abklärungen in Bezug auf Geologie und Grundwasser durchführen, deren Resultate in die Umweltverträglichkeitsprüfung einfliessen werden. Mit Baggerschlitzen soll die Bodenbeschaffenheit untersucht werden. Zudem werden Verkehrszählungen durchgeführt.

Über diese Voruntersuchungen wird die Öffentlichkeit informiert. Bereits im kommenden Herbst soll der Grosse Rat über die Aufnahme des Gebiets Buech in den Richtplan entscheiden. Es folgt eine öffentliche Auflage mit Einsprachemöglichkeit. Schliesslich wird die Gemeindeversammlung Herznach über die Änderung des Kulturlandplans entscheiden. Bei Zustimmung kann das Baugesuchsverfahren erfolgen.

Widerstand in Ueken

Auch die direkt betroffene Nachbargemeinde Ueken wappnet sich im Kampf gegen das Deponieprojekt. So hat der Gemeinderat die Traktandenliste der Gemeindeversammlung vom 12. Juni 2015 kurzfristig mit einem Kreditbegehren von 30 000 Franken ergänzt «für eine allfällig notwendige rechtliche Beratung und Unterstützung zur Verhinderung der geplanten Deponie für sauberes Aushubmaterial in Herznach.»

Die geplante Aushubdeponie grenzt, getrennt durch die Kantonsstrasse nach Zeihen, an den Gemeindebann Ueken mit dem Wohnquartier Löören. Der Gemeinderat weist aber auch darauf hin, dass nicht nur das Gebiet Löören von Lärm, Geruch und Staub betroffen wäre, sondern auch grosse Teile der Gemeinde unter dem zusätzlichen Lastwagenverkehr zu leiden hätten. «Nutzniesser dieser Deponie wäre die Gemeinde Herznach, die Leidtragenden mehrheitlich die Bewohner der Gemeinde Ueken», hält der Gemeinderat Ueken fest. Er teilt die Besorgnis der Bevölkerung und «vertritt die Meinung, dass diese Deponie im Buech in Herznach nicht realisiert werden darf.»

Verkehr soll gebremst werden

Zurück zur Gemeindeversammlung Herznach: Die bloss 50 von 978 Stimmberechtigten stimmten allen Vorlagen zu. So unter anderem diversen Kreditabrechnungen. Gemeindeammann Treyer informierte ebenfalls über den Dauerbrenner Staffeleggstrasse. Mit künstlerisch gestalteten Eingangspforten soll der Verkehr durch die Dörfer des Staffeleggtals gebremst und dadurch sicherer gemacht werden.

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