Rheinfelden

Wie zufrieden Rheinfelder sind – und was sie sich wünschen

Die Altstadt von Rheinfelden

Die Altstadt von Rheinfelden

Bevölkerungsumfragen sind gute Gradmesser, wie zufrieden die Einwohner sind – und was sie sich wünschen. Auch in Rheinfelden.

Repräsentativ ist die Umfrage der GLP Rheinfelden zwar nicht. Aber mit 366 Teilnehmern, 97 Prozent davon aus Rheinfelden, hatte sie für eine politische Umfrage doch einen ansehnlichen Rücklauf. Die Einschaltquote entspricht zwar nur knapp fünf Prozent der Stimmberechtigten. Aber damit sind es doch just doppelt so viele, die an der letzten Gemeindeversammlung teilgenommen haben.

Gut, es haben sicher primär die an Politik und Gemeinschaft Interessierten geantwortet. Und, gut, es dürften mehr GLP-Sympathisanten darunter sein als Freunde anderer politischen Couleurs, auch wenn die Parteileitung bei der Präsentation der Umfrage betont hat, dass Menschen quer durch alle politischen und gesellschaftlichen Schichten geantwortet haben.

Dennoch ist spannend zu sehen, wie die Befragten zu ihrer Stadt stehen, wo sie zufrieden sind – und was sie sich wünschen. Das zeigt sich weniger in den fünf Fragen, welche die Partei gestellt hat; denn hier sind die Antworten erwartbar respektive bewegen sich auf einer Zustimmungs-Ablehnungs-Achse. Spannender sind die freien Antworten, in denen sich die Befragten frei von der Leber äussern konnten.

Viele Textantworten kreisen um die Natur, die Pärke und den Rhein. Insbesondere der Rheinuferweg beschäftigt die Rheinfelder. Der Weg zwischen Roberstenstrasse und Alte Saline sei bei Regen unzumutbar, ein Sumpf, schreibt ein Rheinfelder. Bemängelt wird die Steilheit an einigen Stellen des Weges und der Belag. «Wege entlang des Rheins sollten glatt sein, also Asphalt (teils) wie im Stadtpark; es ist so schwer mit Rollstuhl und Rollator.» Die Weg-Antworten zeigen aber auch, symptomatisch für die ganze Umfrage, das breite Spektrum der Meinungen. Während die einen neue Wege fordern, mahnen andere zur Zurückhaltung.

Eine Minigolfanlage im Stadtpark?

Ideenreich sind die Rheinfelder auch, wenn es um ihre Pärke geht. Eine Minigolfanlage wünscht sich ein Teilnehmer, mehr Bänke ein zweiter und Grillstellen ein dritter. Den Menschen kostenfreie Orte belassen, wird ebenso gefordert wie: «Lasst die Natur in Ruhe!» Anders sieht es ein weiterer Teilnehmer: Er wünscht sich explizit ein Freizeitangebot im Wald wie einen Hochseilgarten.

Wie soll Rheinfelden wachsen? Diese Frage stellen sich mehrere Teilnehmer. Massvoll, ist ein Stichwort, das in der Häufigkeit der Nennung allerdings von einem anderen Stichwort auf die Plätze verwiesen wird: bezahlbarem Wohnraum für alle, vor allem auch für Familien und Ältere. Dass dies häufig genannt wird, zeigt die Problemkonstellation: In Rheinfelden entsteht zwar viel neuer Wohnraum, dieser ist – infolge der Urbanität der Gemeinde und der Baselnähe – oft nicht wirklich preiswert.

Sorgen bereitet vielen auch die Altstadt, die zwar malerisch ist (die Stadt ist Wakkerpreis­trägerin), fast etwas pittoresk wirkt, die aber, wie viele Altstädte, unter Blutarmut leidet. Viele Läden stehen seit langem leer.

Nur: Wie beleben? Und vor allem: Womit? Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Während sich die einen wünschen, dass die Stadt die Ansiedlung von Lebensmittelläden wie Bäckereien, Metzgereien oder Käsereien fördert, finden andere, es gehören mehr Handwerker-Geschäfte in die Altstadt. Einig ist man sich: Auf den Mix kommt es an.

Aber auch bei der Gestaltung der Altstadt sehen die Rheinfelder Optimierungspotenzial. Blumentröge werden vorgeschlagen, Bäume, eine andere Beleuchtung. Und die Velos? «Marktgasse velofrei!!», schreibt ein Teilnehmer. Ein anderer hält es mit den Holländern: eine eigene Fahrspur. Wie auch immer: Die Vorschläge halten Rheinfelden auf Trab.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1