Möhlin

Wird hier bald Hanf angebaut?

Hansruedi Thommen steht im Gewächshaus, das er gern vermieten würde.MGM

Hansruedi Thommen steht im Gewächshaus, das er gern vermieten würde.MGM

Die Gärtnerei Thommen sucht einen Mieter für eines ihrer Treibhäuser. Gemäss Inserat ist der Anbau von CBD-Hanf möglich.

Im langärmligen grauen Pullover geht Hansruedi Thommen durch eines seiner drei Gewächshäuser am Möhliner Dorfrand. Die Hitze unter den Glaswänden staut sich. Es ist jenes Treibhaus, das zu Beginn des Jahres für Schlagzeilen gesorgt hat (die AZ berichtete).

In Thommens Gewächshaus mietete sich ein Reptiliensammler ein, um dort rund 150 Schildkröten zu halten. Als er überraschend verstarb, blieben die Tiere zurück. «Mir taten die Schildkröten schrecklich leid», sagt Thommen. Sie hätten auf sehr engem Raum gelebt und sich in ihren Käfigen teilweise kaum drehen können.

Mittlerweile fanden die Reptilien ein neues Zuhause. «Sie sind jetzt in Österreich», sagt Thommen. Da das 1000 Quadratmeter grosse Gewächshaus nun wieder frei ist, sucht er einen neuen Mieter. «Ich bin grundsätzlich für alles offen», sagt der 82-Jährige. Auch wenn wieder jemand Schildkröten bei ihm halten wollte, ginge das für ihn in Ordnung.

Gerücht um Fröschezucht

Ein Gerücht, das seit ein paar Tagen durch das Dorf geistert, dreht sich nicht um Schildkröten, sondern um andere Tiere. Es wird gemunkelt, dass in der Gärtnerei Thommen bald eine Fröschezucht eröffnet wird. Als die AZ von Thommen wissen will, was am Geschwätz dran sei, lacht er. «Kürzlich hat schon jemand von der Gemeinde angerufen und gefragt, ob hier Frösche gezüchtet werden.» Er wisse nichts von einer Fröschezucht und schon gar nicht, woher das Gerücht komme.

Das Vermietungsinserat, das der Rheinfelder Immobilienverwalter Renus auf seiner Homepage aufgeschaltet hat, bietet weiteren Gesprächsstoff. Es heisst, dass der Anbau von CBD-Hanf – also legalem Cannabis – grundsätzlich möglich ist.

«Ich habe schon zwei Anfragen von Leuten erhalten, die interessiert daran waren, hier Hanf anzubauen», sagt Thommen. Da diese Leute aber jeweils ihn als Gärtner mit im Boot haben wollten, musste er beiden absagen. «Ich möchte nicht mehr so viel machen und mit dem Treibhaus nichts mehr zu tun haben.»

Thommen, der seit 47 Jahren die Gärtnerei auf dem Schaufelacker führt, denkt bei der Suche nach einem neuen Mieter schon einen Schritt weiter. «Wenn jemand Lust hat, meinen Betrieb zu übernehmen, würde ich ihn abgeben», sagt er. Denn obwohl seine Tochter gelernte Gärtnerin ist, fehlt der Gärtnerei eine Nachfolgelösung.

Schon vor ein paar Jahren hat Thommen den Betrieb in seiner Gärtnerei kleiner gefahren. Dazu gehörte, dass er eines seiner drei Treibhäuser nicht mehr als Ladenfläche nutzte, sondern fremdvermietete.

Sich ganz aus dem Arbeitsleben zurückziehen möchte Thommen aber nicht. «Die Liebe zum Beruf erhaltet mich. Wenn das nicht so wäre, hätte ich den Bettel schon lange hingeschmissen», sagt er. Er sei sein ganzes Leben lang Gärtner gewesen. Zwar sei er einst für 17 Jahre unterwegs gewesen – er bereiste unter anderem die USA und Südostasien – doch auch in dieser Zeit habe er stets als Gärtner gearbeitet.

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