Gipf-Oberfrick

«Wollen die Wittnauer nicht vor den Kopf stossen»: Stimmbürger schicken Kreisschule Thierstein bachab

Für den Überweisungsantrag konnten sich an der Gemeindeversammlung nicht alle begeistern. (Symbolbild)

Für den Überweisungsantrag konnten sich an der Gemeindeversammlung nicht alle begeistern. (Symbolbild)

Der Überweisungsantrag der IG Pro Oberstufe Gipf-Oberfrick findet in der Gemeindeversammlung keine Mehrheit. 53 der anwesenden Personen sagten Ja dazu, 61 wiederum Nein.

Die Kreisschule Thierstein ist jetzt wohl endgültig am Ende. An der Gemeindeversammlung am Freitag fand ein Überweisungsantrag von Peter Schraner von der IG Pro Oberstufe Gipf-Oberfrick keine Mehrheit: 53 sagten Ja dazu, 61 Nein. Der Antragsinhalt: Der Gemeinderat Gipf-Oberfrick solle die Umsetzung des ­Projekts Thierstein, die Fusion der Oberstufen von Wegenstetten-Hellikon und Gipf-Oberfrick, in der Gemeindeversammlung am 27.November auf die Traktandenliste setzen und die Stimmbürger darüber entscheiden lassen.

Und er solle zudem «darauf hinwirken», dass das Vorhaben auch in den weiteren sieben Gemeinden, die von der Zusammenarbeit betroffen wären, vors Volk kommt. Das wären Wittnau, Oberhof, Wölflinswil, Wegenstetten, Hellikon, Zuzgen und Zeiningen. «In diesem wichtigen und zukunftsweisenden Projekt müssen die Bürger einbezogen sein. Damit wäre dem Volkswillen Rechnung getragen», sagte Schraner.

Projekt nur aus Solidarität mit Wegenstettertal unterstützt

Schon jetzt stünden sieben der acht Gemeinden dahinter, lediglich eine nicht. «Wir hatten mit mehr als 90 Prozent Zustimmung ein sehr gutes Resultat, leider aber hätte es 100 Prozent gebraucht», sagte Schraner. Dennoch: «Viele Leute haben uns gebeten, das Thema noch einmal aufzunehmen. Sie wollten nicht hinnehmen, dass eine Gemeinde allein das Projekt zu Fall bringen kann», betonte der Antragsteller. Schraner räumte ein: «Bis Ende November ist ein sportlicher Zeitablauf. Aber das Projekt ist so gut vorbereitet, dass die Zeit reichen müsste.»

Gemeinderat und Schulpflege von Gipf-Oberfrick hätten das Projekt Thierstein unterstützt, aber mehr aus Solidarität mit dem Wegenstettertal, weniger aus Begeisterung. So tönten am Freitag Gemeindeammann Regine Leutwyler und Gemeinderätin Verena Buol. «Wir brauchen die Zusammenarbeit mit Wegenstetten nicht. Wir haben keinen akuten Handlungsbedarf», sagte Leutwyler. Auch sie sah ein Problem im fehlenden Schüleraustausch. Ihr Fazit: kein Synergiepotenzial.

Gemeindeammann: «Wittnau ist uns wichtiger»

Leutwyler machte klar: «Uns ist die Zusammenarbeit mit Wittnau wichtiger. Wir wollen die Wittnauer nicht vor den Kopf stossen.» Wittnau war die Gemeinde unter den acht, die zu Thierstein Nein sagte. Buol sprach von «Risiken» und betonte, wie «skeptisch» auch der Kanton dem Projekt gegenübergestanden habe. Dafür sollte man die Partnerschaft mit den Regos-­Gemeinden nicht aufs Spiel setzen. Sie wie auch Leutwyler appellierten: «Lehnen Sie den Antrag ab. Stimmen Sie mit Nein.»

Im Saal hielten sich die Wortmeldungen pro und kontra Thierstein in etwa die Waage. Eine Stimmbürgerin betonte, es müsse auch in Zukunft grosse und kleine Schulen geben. Seien doch in den vergangenen Jahren schon viele Dorfschulen geschlossen worden. Ein anderer verwies darauf, dass es «noch nicht so lange her ist, dass Gipf-Oberfrick krampfhaft nach Partnern für seine Schule gesucht hat».

Mit der Ablehnung durch die Gipf-Oberfricker kann das Projekt gemeinsame Kreisschule zu den Akten gelegt werden. Auch Schraner räumte das auf Nachfrage ein. Er hatte zuvor noch eine Unterschriftenaktion in Wittnau erwähnt, die am heutigen Montag hätte starten sollen. Sie sollte den dortigen Gemeinderat dazu bewegen, das Thema auch noch an der Wintergmeind zu traktandieren. Auch diese ist nun abgeblasen. (hcw)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1