Mettauertal

Zwei Frauen debattieren für den frei werdenden Gemeinderatssitz

Verena Schmid (links) und Pia Ulrich wollen Nachfolgerin von Noch-Gemeinderat Christoph Rutschmann werden – und werden von diesem interviewt.

Verena Schmid (links) und Pia Ulrich wollen Nachfolgerin von Noch-Gemeinderat Christoph Rutschmann werden – und werden von diesem interviewt.

Christoph Rutschmann befragt die Kandidatinnen für den Gemeinderatssitz Verena Schmid und Pia Ulrich zu Flüchtlingen und Tagesstrukturen. Dabei waren die beiden Damen ganz unterschiedlicher Meinung.

Verena Schmid und Pia Ulrich wollen am 18. Oktober Gemeinderat Christoph Rutschmann beerben. Am Montagabend stellten sie sich der Öffentlichkeit vor. Die rund 50 Anwesenden in der Turnhalle Mettau konnten in der von Rutschmann selbst geleiteten Präsentation zwei Frauen erleben, denen nach eigenem Bekunden die Parteipolitik zweitrangig ist und die sich auch trotz Rutschmanns Nachhaken nicht in ein Lager stecken lassen wollten.

Gleichwohl gab es bei der persönlichen Vorstellung Unterschiede: Pia Ulrich (49) präsentierte sich als im Mettauertal verwurzelte Kandidatin (sie wohnt seit 19 Jahren im Ortsteil Oberhofen) mit ausgeprägter sozialer Ader, Hang zum Kreativen und Verfechterin lebenslangen Lernens.

Verena Schmid (53), aus dem Wallis stammend und erst seit vier Jahren Einwohnerin der Gemeinde, empfahl sich als «stolze Hausfrau» mit der Fähigkeit zum «strategischen Denken» und verheimlichte auch ihr CVP-Engagement nicht.

Ihre erst kurze Wohndauer in Mettauertal (auch sie wohnt in Oberhofen) empfindet sie nicht als Nachteil. Im Gegenteil, gehe sie doch am 18. Oktober «unbelastet» ins Rennen um den Einzug in den Gemeinderat.

Beide betonten den Wert der Familie, beide die Bedeutung des Ehrenamts, beide auf Nachfrage aus dem Publikum, aus freien Stücken zu kandidieren, ohne von anderen aufgefordert worden zu sein – auch nicht von Rutschmann selbst, wie dieser beteuerte.

Diplomatische Antworten

Von Rutschmann auf ein Nationalrats-Wahlplakat mit der Aufschrift «Missstände stoppen» angesprochen, sollten sie die «Missstände» in Mettauertal benennen. Die Kandidatinnen gaben sich in ihren Antworten diplomatisch.

Es fehle in Oberhofen an Infrastruktur (Ulrich) und Mettauertal müsse sich als «junge Gemeinde» erst noch finden (Schmid). Sonst aber gelte es, nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft zu blicken.

Und in der könnte die Gemeinde gezwungen sein, noch weitere Asylbewerber aufzunehmen, zusätzlich zu den elf, die schon da sind. Rutschmann selbst war bei deren Unterbringung federführend.

Er betonte am Montagabend, dass ihre Integration gut gelungen sei, weil die Menschen im Familienverbund untergebracht sind. Auch Ulrich und Schmid unterstrichen, dass es in ihren Augen besser ist, weniger Flüchtlinge gut zu beherbergen als viele schlecht.

Lieber sollten diese, wie auch Sozialhilfebezüger, leichteren Zugang zu Arbeit haben. Verena Schmid: «Arbeit ist wichtig und stärkt das Selbstvertrauen.» Was den zwei Kandidatinnen zufolge auch für Frauen gilt.

Ja und Nein zu Tagesstrukturen

Von Noch-Gemeinderat Christoph Rutschmann nach dem Für und Wider von Tagesstrukturen für Kinder gefragt, herrschte Übereinstimmung bei den Kandidatinnen: Schön sei es, wenn Frauen nicht auf Familie verzichten, um sich der Karriere zu widmen. Schön sei es aber auch, wenn eine Mutter nicht gezwungen sei, Tagesstrukturen in Anspruch zu nehmen, weil sie auf alternative Netzwerke zurückgreifen kann.

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