Frick
Zwei Frauen helfen der Freiheit aus der Klemme

Mit ihrem neuesten Programm «Freiheit – eine Misere in fünf Aufzügen» gastierten die beiden Zürcher Kabarettistinnen Nicole Knuth und Olga Tucek im Meck.

Drucken
Teilen
Nicole Knuth (links) und Olga Tucek verstanden es hervorragend, das Publikum im Meck in ihren Bann zu ziehen. Ingrid Arndt

Nicole Knuth (links) und Olga Tucek verstanden es hervorragend, das Publikum im Meck in ihren Bann zu ziehen. Ingrid Arndt

Die Herzen der Zuschauer eroberten Knuth und Tucek sich wie im Fluge, landeten Lacher um Lacher mit enorm hohem Wiedererkennungswert. Die beiden Zürcher Kabarettistinnen Nicole Knuth und Olga Tucek liessen im Fricker Meck die Freiheit vom Himmel auf den Blauen Planeten heruntersteigen, geschickt von der dortigen höchsten Instanz, dem Olympischen Komitee.

Werden die Menschen die Freiheit erkennen? Und schon durften die Besucher eintauchen in die breite Palette des ganzen Elends, der Verlogenheit, und dem Missbrauch mit diesem Begriff. Liebenswert charmant und rotzfrech nahm das Duo mit messerscharfer Satire und beissendem Spott singend, erzählend, tänzeln, umwerfender Mimik und Akkordeon spielend so ziemlich alle Kalamitäten aufs Korn, liessen ihre Pointen wie Feuerwerkskörper krachen.

Erhaltung der Freiheit

Dabei ist die Freiheit ziemlich in der Klemme, denn wenn sie auf Erden nicht innerhalb einer Woche erkannt wird, wird sie kurzum abgeschafft. Schüchtern bemerkt sie schnell, dass dies ihr Problem sein wird, ob bei Normalos oder Präsidenten. Die nämlich jagen anderen Schimären nach: zurechtgeschnippelten Bodys, den Verführungen des Geldes, den sinnentleerten Verführungen der Werbung, den Kakerlaken im Privatfernsehen. Immer nach dem Motto: Man lebt ja nur einmal.

Bitterböse wird die Engherzigkeit von Glaube und Mitgefühl entlarvt, lusterfüllt die Lieder und Texte, in denen sie wortgewaltig die geplagten Männer und karrieregeilen Frauen durch den Kakao ziehen. Niemand und nichts war vor ihnen sicher, ob Politik, Wirtschaft, Banken, Religion oder andere heilige Kühe unserer Zeit. Sie besuchten das muffig gewordene Lebkuchenhaus auf einem der kaum noch zu zählenden Gipfeln, in dem die 26 Stühle, niemals für die 27 kleinen Zwerglein reichen.

Einer blieb immer aussen vor, zum Beispiel die Türkei. Angeführt das Ganze von einer «ausgemerkelten» Person. Die Freiheit ist zutiefst irritiert, erlebt Menschen, die sich einmauern nach dem Motto, niemand darf rein, nur wir haben das Recht, die Reichtümer des Planeten zu plündern. Sie erlebt die Barmherzigkeit bei Engeln, die «Götter in weiss» sind und verdächtig oft Krankheiten und Epidemien erfinden, um ihre Taschen zu füllen. Sie trifft auf Verteidigungsminister, die sich scheinheilig je nach Bedarf den Anzug der Neutralität anlegen und auf «Flüsterunterseeboote», eventuell auch für die Schweiz im Bodensee tauglich, um die Einwanderung der Deutschen zu stoppen.

Voller Sarkasmus, Witz und Ironie

Mit grandiosen Gedankengängen, herrlichem Sarkasmus, Witz und Ironie bilanzierten sie, dass die Freiheit, ohne die es keinen Frieden gibt, einen schweren Stand auf unseren schönen Planeten hat. Fesselnd, virtuos und schonungslos präsentierten die zwei Vollblutkabarettistinnen ihr Programm, jeder Tabubruch war dabei nur recht. Das Duo erhielt 2011 den Salzburger Stier, 2013 den Schweizer Kleinkunstpreis und wird im März dieses Jahres mit dem Deutschen Kleinkunstpreis geehrt. (ari)

Aktuelle Nachrichten