Frick

Zwischen Maschinen und Metallrädern: Klassik in der Produktionshalle

Begeisterten: Artist Jason Brügger und das Sinfonieorchester Fricktal.

Begeisterten: Artist Jason Brügger und das Sinfonieorchester Fricktal.

Das Sinfonieorchester Fricktal brillierte bei «stahlTON klingt» vor besonderer Kulisse.

Wunderbar frisch und bravourös verzauberte das junge Sinfonieorchester Fricktal unter Leitung von Jochen Weiss mit einem aussergewöhnlichen Programm in ebenso aussergewöhnlicher Umgebung: Zusammen mit der Werksleitung von «stahlTON» Frick hatten sie die Produktionshalle mit all ihren Maschinen, riesigen Metallrädern und Laufkatzen umfunktioniert in einen Musentempel für schöne Melodien. Auch die Akustik stimmte bestens.

Projektorchester wurde vor drei Jahren gegründet

Das vor drei Jahren gegründete Projektorchester hat sich das Ziel gesetzt, klassische Musik im neuen Rahmen zu präsentieren – als Erlebnis für alle Sinne ohne Schlips und Abendkleid. Doch nicht nur davon waren die vielen Zuhörer begeistert, sondern auch von der Akrobatik des bekannten Schweizer Artisten Jason Brügger.

Eröffnet wurde das Konzert mit der «Coriolan Ouvertüre» op. 62 von Ludwig van Beethoven (1770–1827), der die Wiener Klassik zur höchsten Entwicklung brachte und der Romantik den Weg bereitete. Machtvoll gewaltig, aufgewühlt und tragisch zeichneten die Musiker gleich zu Beginn ein Bild der bedrohlichen Atmosphäre um den erfolgsverwöhnten römischen Feldherrn Coriolan.

Der fühlte sich gekränkt vom eigenen Volk, nicht gebührend gefeiert und verbündet sich mit den Feinden seines Landes. Doch es kommen ihm Zweifel an seiner Untreue und er stürzt sich, beschämt auch durch seine Mutter, in sein Schwert. Düster die Tonart in c-Moll, unheimlich, vorwärtsdrängend, abrupt abbrechend die Noten. Ganz anders dazu das zweite Thema, weich dahinfliessend, im Finale in sich zusammenfallend.

Kathrin Schmidlin brillierte am Klavier

Ein Hochgenuss danach das Klavierkonzert Nr. 7 von Clara Schumann (1819–1896) mit der 29-jährigen Klaviersolistin Kathrin Schmidlin. Voller Energie und atemberaubender Hingabe meisterte sie dieses technisch schwierige und sehr anspruchsvolle Werk, spielte virtuos, kraftvoll, innig, tänzerisch elegant und verzauberte in einem sehnsuchtsvollen Dialog mit dem Cello (Patrick Bachmann).

Lieblich verspielt und gleichzeitig majestätisch war der Auftakt zur Sinfonie Nr. 7 von Ludwig van Beethoven. Das Vivace ähnelte melodisch einschmeichelnd einem Bauerntanz, rhythmisch ausdrucksstark der Mittelteil mit Melodien für Klarinette und Fagott, stürmisch rasant das Ende. Im zweiten und vierten Satz faszinierte zur Musik der bekannte Schweizer Profi-Zirkusartist Jason Brügger mit wunderbaren akrobatischen Showeinlagen, schwebte scheinbar schwerelos an zwei hängenden Tüchern zwischen Himmel und Erde.

Das Publikum bedankte sich mit stürmischem Applaus und wurde beschenkt mit einer kleinen Zugabe.

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