Statistik
Zwölf Prozent mehr Tote : Das Coronajahr brachte dem Fricktal eine deutlich höhere Mortalität

Eine Erhebung der AZ unter den 32 Gemeinden der Bezirke Laufenburg und Reinfelden zeigt: Im Coronajahr starben im Fricktal 12 Prozent mehr Einwohner als im Jahr zuvor. Im Bezirk Laufenburg waren es sogar fast 20 Prozent. Eine Übersicht.

Thomas Wehrli
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2020 starben im oberen Fricktal 252 Einwohner; im Bild der Friedhof in Kaisten, wo im letzten September ein Grab für Sternenkinder eingeweiht wurde.(Bild vom 3. September 2020)

2020 starben im oberen Fricktal 252 Einwohner; im Bild der Friedhof in Kaisten, wo im letzten September ein Grab für Sternenkinder eingeweiht wurde.(Bild vom 3. September 2020)

hcw

Die Coronapandemie hat die Zahl der Todesfälle im Fricktal im letzten Jahre ansteigen lassen. Dies zeigt eine Erhebung der AZ unter den 32 Gemeinden in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden. Im oberen Fricktal lag die Zahl der Todesfälle um 19,43 Prozent über jener von 2019. Insgesamt starben im letzten Jahr im Bezirk Laufenburg 252 Menschen, im Jahr zuvor waren es 211.

Auch der Bezirk Rheinfelden verzeichnete im letzten Jahr mehr Todesfälle als 2019. Hier stieg die Zahl der Todesfälle um 7,25 Prozent. 2019 starben 331 Personen, im letzten Jahr waren es 355. Über beide Fricktaler Bezirke gesehen stieg die Zahl der Todesfälle damit um 11,99 Prozent von 542 auf 607.

Jede dritte Gemeinde hatte weniger Todesfälle

Wie gross die Auswirkung der Coronapandemie auf die Zahl der Todesfälle genau war, lässt sich anhand der Zahlen nicht exakt eruieren; auch demografische Gründe sowie natürliche, jährliche Schwankungen spielen eine Rolle. Corona hat aber sicher deutliche und traurige Spuren in der Statistik hinterlassen; allein in den beiden Alterszentren in Laufenburg und Frick forderte die Coronapandemie im Dezember 2020 über 40 Opfer.

Aargauer Zeitung

Die meisten Todesfälle verzeichnete 2020 die grösste Fricktaler Kommune, Rheinfelden. Hier starben im letzten Jahr 100 Personen. Am zweitmeisten Todesfälle verzeichnete die einwohnermässig zweitgrösste Fricktaler Gemeinde, Möhlin. 70 Personen mit Wohnsitz in Möhlin schliefen für immer ein. Dahinter folgt Frick mit 59 Todesfällen. Dass die Zahl in Frick nicht höher ist, liegt auch daran, dass viele Bewohner des Alterszentrums – wie es Usanz ist – nur als Wochenaufenthalter gemeldet sind, ihre Schriften aber in der ehemaligen Wohngemeinde belassen. Sie tauchen deshalb in der Todesstatistik ihrer ehemaligen Wohngemeinde auf.

Prozentual stieg die Zahl der Todesfälle in Frick im letzten Jahr um 55,26 Prozent an, in Möhlin waren es 6,06 Prozent. In Rheinfelden ging die Zahl der Todesfälle dagegen gegenüber dem Vorjahr um 5,66 Prozent zurück. Insgesamt verzeichneten ein Drittel der Gemeinden tiefere Todeszahlen als im Vorjahr. Am wenigsten Todesfälle in absoluten Zahlen hatten die beiden kleinen Gemeinden Olsberg und Oberhof; jeweils drei Einwohner verstarben.

Lesen Sie morgen: So haben sich die Einwohnerzahlen im Fricktal 2020 entwickelt.

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