Der Halbjahresgewinn der Valiant Bankengruppe schrumpfte von 70 auf 66 Millionen Franken. Die Bank drosselte deshalb ihr Wachstum aus Risikoüberlegungen und leitete ein Effizienzsteigerungsprogramm ein, wie sie am Freitag mitteilte.

Ende November schliessen die zehn kleineren Filialen der Valiant. Neben Menziken, Muhen und Teufenthal im Kanton Aargau sind im Kanton Bern die Filialen in Bümpliz und Kirchenfeld (Stadt Bern), Lenk, Lützelflüh, Steinhölzli (Köniz) und Trub betroffen. Ausserdem wird die Filiale im Luzernischen Rain geschlossen.

Für das Personal hat das keine Auswirkungen, die Mitarbeiter werden innerhalb der Bank weiterbeschäftigt.

Gruppenstruktur wird gestrafft

Valiant begründet die Schliessungen damit, dass sich viele Transaktionen ins Internet verlagert hätten. Zudem lägen alle der betroffenen kleineren Filialen in unmittelbarer Nähe von weiteren Valiant-Geschäftsbanken.

Auch wird die Gruppenstruktur gestrafft. Die vier Tochterbanken Valiant Bank, Valiant Privatbank, Spar + Leihkasse Steffisburg und Banque Romande Valiant kommen unter das Dach der Valiant Bank.

Schwieriger Markt

Das Marktumfeld des abgelaufenen Halbjahrs bezeichnete die Bankengruppe als schwierig. Darum wurde das Wachstum bei den Kundenausleihungen im Gefolge der vorsichtigen Risikopolitik auf 0,7 Prozent gedrosselt. Der Betrag stieg auf 21,3 Mrd. Franken.

Die Kundengelder nahmen um 1 Prozent auf rund 17 Mrd. Fr. zu. Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft sank um gut 8 Prozent auf 153,4 Mio. Franken.

Den Rückgang des Zinsgeschäftes machte der übrige ordentliche Erfolg teilweise wett. Dieser stieg aufgrund der erstmaligen Equity- Konsolidierung und einer höheren Dividendenzahlung der RBA-Holding um 8,1 Prozent. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legte um 3 Prozent, das Handelsgeschäft um 9,4 Prozent zu.

Für das Geschäftsjahr 2011 geht Valiant von einem Ergebnis im Rahmen des Vorjahrs aus. Allerdings sei der Ausblick von Unsicherheiten geprägt, hiess es dazu.