Rothrist

170 km/h auf der A1 – Lostorfer Pensionär wird versehentlich mit doppelter Geschwindigkeit geblitzt

Ein Blitzer mass doppelt und verwirrte so den diensthabenden Polizisten. Resultat war eine Vorladung wegen massiver Geschwindigkeitsüberschreitung. (Symbolbild)

Ein Blitzer mass doppelt und verwirrte so den diensthabenden Polizisten. Resultat war eine Vorladung wegen massiver Geschwindigkeitsüberschreitung. (Symbolbild)

Erich Marrer hat sich auf Ferien im Tessin gefreut. Doch auf dem Weg wird er geblitzt, obwohl er nicht zu schnell gefahren ist. Ein Versehen, das sich wohl vom selbst auflöst, dachte der Autofahrer - doch er täuschte sich.

«Ich wurde mit 170 km/h auf der A1 geblitzt», erzählt der pensionierte Pharmamanager zu «Blick». Dabei sei er sich aber sicher, dass der Tacho nur 85km/h angezeigt habe. Was ist geschehen?

Erich Marrer aus Lostorf war auf dem Weg in die Ferien ins Tessin. In der Einfahrt auf die A1 in Rothrist hätte er sich hinter einem Lastwagen eingereiht. Kurz darauf wurde er geblitzt. Sein Blick auf das Armaturenbrett zeigte ihm, dass er nicht einmal die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgereizt hatte. Somit sah er die Sache als erledigt an.

Zwei Wochen später beginnt der Kampf

Als er Anfang August nach Hause zurückkehrt sei, hätte dort ein Brief der Kantonspolizei Solothurn auf ihn gewartet, so berichtet «Blick» weiter. Der 65-Jährige sollte auf dem Polizeiposten erscheinen. Dort hätte er dann erfahren, dass es um die vermeintliche Geschwindigkeitsüberschreitung auf der A1 ging. «Als ich erfuhr, dass ich mit etwa 170 km/h geblitzt worden sei und dies auf dem Radarfoto stehe, fiel ich fast vom Stuhl», sagt Marrer gegenüber «Blick».

Mehrmals hätte der Solothurner bei der Polizei intervenieren und auf seiner Unschuld beharren müssen, bis dann ein Radar-Spezialist den irrenden Blitzer aufdeckte. Die Aargauer Kollegen hätten die Geschwindigkeit aus Versehen doppelt so hoch gemessen.  

Auf Nachfrage von «Blick» erklärt Aline Rey, Sprecherin der Kantonspolizei Aargau wie es zu diesem Fehler kommen konnte: «Bei der Messung handelt es sich um eine ‹Doppelreflexionsmessung›, die durch eine spezielle Konstellation der Position eines Lastwagens mit dem PW zustande kam. Dabei wird fälschlicherweise der doppelte Messwert angezeigt.»

Der diensthabende Polizist hätte die Doppelmessung nicht erkannt, es handle sich also um menschliches Versagen. Dieser Polizist habe sich beim Beschuldigten gemeldet, seinen Irrtum eingestanden und sich entschuldigt. Erich Marrer zeigt sich gegenüber «Blick» froh, dass sich die Sache geklärt hat: «Der Fall zeigt, dass es sich lohnt, wenn man sich wehrt. Sonst hätte ich noch vor Gericht und in den Knast gehen müssen.» (mma)

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