Als am Montag der Duro-Deal definitiv durch war, freuten sich nicht nur die Befürworter im Parlament. Auch in 24 Aargauer Firmen knallten vermutlich die Champagnerkorken. Denn: Für sie locken fette Aufträge. Insgesamt bestellt die Rüstungsfirma Mowag Waren m Wert von 38 Millionen Franken von Aargauer Unternehmen. Damit gehört der Kanton Aargau zu den grössten Profiteuren des Duro-Deals, der die Sanierung der 2200 Militärlastwagen vorsieht. Einzig im Kanton Bern profitieren die Unternehmen mehr. Hier liegt der provisorische Bestellwert bei 51 Millionen Franken.

Auftragsliste Duro

Die Angaben beruhen auf einer Liste des Bundesamt für Rüstung (Armasuisse), die im Vorfeld der Ständeratsdebatte am Montag unter den Parlamentarier zirkulierte, wie der Tagesanzeiger am Freitag berichtete. Die Liste liegt der az vor und zeigt auf, wie viele Firmen in den einzelnen Kantonen vom Deal profitieren und wie hoch der Bestellwert in den einzelnen Kantonen ist.

Das ist aber schon alles was die provisorische Liste aussagt. Sie lässt Fragen offen, vor allem jene, um welche Firmen es geht. Das liegt daran, dass die Verträge noch nicht unter Dach und Fach sind und Verschiebungen noch möglich sind. So teilt Armasuisse mit, dass aufgrund von laufenden Verhandlungen mit den einzelnen Firmen sich die kantonale Verteilung noch ändern könne.

«Die Liste ist undurchsichtig», sagt SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner.

«Die Liste ist undurchsichtig», sagt SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner.

 "Eine Augenwischerei"

Nationalrat Ulrich Giezendanner konnte nur einen kurzen Blick auf die Liste erhaschen. Selber hat er keine in seinem Besitz. «Mir hätten sie zuletzt eine gegeben», sagt Giezendanner und lacht. Der SVP-Politiker weicht in diesem Geschäft von der Parteilinige ab und gehörte im Vorfeld zu den grossen Gegnern des Duro-Deals. Für Giezendanner ist es legitim, dass eine Liste mit der Auftragsvergabe im Vorfeld unter den Politikern zirkuliert, aber nicht in dieser Form. «Wenn alle Angaben drauf stehen, dann darf man das natürlich. Aber mit den anonymsierten Firmennamen weiss man nicht, ob die Angaben stimmen.» Sein Schluss: «Die Liste ist undurchsichtig, somit eine Augenwischerei.»

«Das Geschäft stinke», so Giezendanner. Vor allem auch, «weil weiterhin undurchsichtig bleibt, wie viel Geld ins Ausland fliesst.» Zu dieser Frage macht die Liste von Armasuisse keine Angaben.  Seit 2003 ist Mowag mit Sitz in Kreuzlingen kein Schweizer Konzern mehr und gehört zum US-Rüstungskonzern General Dynamics.

Dass der Kanton Aargau zu den grössten Profiteuren gehört, tröstet ihn nicht. «Hätte man den Auftrag durch die Firma Aebi ausführen lassen, hätten ebenfalls viele weitere Schweizer Unternehmen profitiert.» Giezendanner setzte sich für eine günstigere Variante ein, als jene durch die Rüstungsfirma Mowag, die für die Sanierung 558 Millionen Franken budgetiert. Dies entspricht rund einer viertel Million Franken pro Fahrzeug.

Trotz seinen Bemühungen, den Duro-Deal konnte Giezendanner nicht verhindern. Nach der Zustimmung des Ständerats ist die Aufrüstung des Duros beschlossene Sache. Denn im Gegensatz zur kantonalen und kommunalen Ebene ist auf bundesebene ein finanzpolitisches Referendum nicht möglich. Doch für die Giezendanner ist die Sache noch nicht abgeschlossen. Er und die anderen Gegner des Geschäfts planen mehrere Vorstösse einzureichen. «Wir werden ihnen auf die Finger schauen, wie wir es vorher noch nie getan haben.»