Zetzwil

5,5-Millionen-Sanierung auf der WSB-Strecke: Nach der Vollsperrung tickt die Uhr

Die Sanierungsarbeiten an der WSB-Linie in Zetzwil haben begonnen.

Die Sanierungsarbeiten an der WSB-Linie in Zetzwil haben begonnen.

Während den Sommerferien wird die WSB-Strecke zwischen Leimbach und Reinach Nord bis zum 9. August totalsaniert. Das ist zwar umständlich für die Pendler aus Zetzwil, senkt die Kosten aber merklich. Gearbeitet wird fast rund um die Uhr, notfalls könnte die Kadenz noch erhöht werden.

Die Velofahrer schauen am Bahnübergang links und rechts, aus lauter Gewohnheit. Doch da ist bereits nichts mehr, nur noch das zerwühlte Schotterbett. Die Schienen sind weg, mitsamt den Schwellen herausgehoben, der Strom fliesst seit Stunden nicht mehr. Die Zeit drängt.

Am Montag um 1.30 Uhr begann die grösste Bahninfrastruktursanierung in der über 100-jährigen Geschichte der Wynental- und Suhrentalbahn. Auf einer Strecke von 1,8 Kilometern wird zwischen Leimbach und Reinach Nord alles ersetzt, von der Fundationsschicht bis zu den Fahrleitungen. Dafür bleibt die Strecke zwischen Zetzwil und Menziken während fünf Wochen komplett gesperrt.

Die Totalsperrung ist umständlich für die Pendler, die in Zetzwil vom Zug auf den Ersatzbus umsteigen müssen. Aber das wenigstens nur fünf Wochen lang, genau in der Sommerferienzeit. «Würden wir die Arbeiten bei laufendem Betrieb durchführen, würden sie rund zwölf Wochen dauern», sagt Beat Meier, Projektleiter Infrastruktur bei Aargau Verkehr AG (AVA). Ein Kostenfaktor, genauso wie die Qualität der Arbeit. Und auch die werde dank der Vollsperrung deutlich besser sein, so Meier: Jede Unterbrechung der Schweissarbeiten würde beispielsweise eine neue Nahtstelle bedeuten. Die neuen Komponenten – Schienen, Schwellen, Schotter – dürften nun 40 bis 45 Jahre lang halten.

Beat Meier, Projektleiter Infrastruktur bei Aargau Verkehr AG (AVA).

Beat Meier, Projektleiter Infrastruktur bei Aargau Verkehr AG (AVA).

Erfahrung mit einer Vollsperrung hat die AVA seit 2018, als die Strecke zwischen Oberkulm und Zetzwil saniert wurde. Das habe sich bewährt, sagt Erwin Rosenast, Leiter Kommunikation. «Wo wir Kosten sparen können, sparen wir auch. Das ist unsere Pflicht.» Die laufende Sanierung wird rund 5,5 Millionen Franken kosten.

Erster WSB-Einsatz für Schienenkran

Aktuell wird im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet, von 6 bis 23 Uhr, mit je 30 Mann. Vier Wochen lang sind die Tiefbauer im Einsatz, danach bleibt eine Woche Zeit für das Sanieren der Fahrleitungen. Sollte es knapp werden, könnte eine dritte Schicht eingeschaltet werden.

Bis der Schotter auf der 1,8 Kilometer langen Strecke ausgehoben ist, wird es rund zwei Wochen dauern. Für diesen Moment hofft Projektleiter Meier auf gutes Wetter: Denn das wäre der brenzlige Moment der Sanierung, wenn es auf das ausgehobene Bett regnen würde. So richtig heftig. «Der Boden ist nicht besonders gut, stellenweise sehr lehmig», sagt Meier. Um dem Aufweichen vorzubeugen, wird deshalb eine 30 Zentimeter dicke Schutzschicht auf dem Boden gelassen.

Erstmals auf der schmalspurigen WSB-Strecke zum Einsatz kommen wird übrigens ein Schienenkran, der die fertigen 18 Meter langen Joche – Schienen samt Schwellen – auf den Schotter heben wird. «Es ist nicht ganz einfach, an Geräte zu kommen, die auf die Schmalspurbahn passen», sagt Meier. Andere Fahrzeuge wie der Bagger, der die Joche zum Installationsplatz bringt, werden auf passende Draisinen aufgesetzt.

Die stromfreie Fahrleitung nutzt übrigens nicht nur die Infrastruktur-Abteilung der AVA: Bahnübergänge in Leimbach (Industriestrasse) und Reinach (Neudorfstrasse) werden saniert, die Gemeinde Leimbach bricht die Scheune des Bauamtes ab und die AVA saniert grob das Leimbacher Stationsgebäude.

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