Derzeit erfüllen noch 9 von 213 Aargauer Gemeinden ihre Aufnahmepflicht für Asylbewerber nicht oder nur teilweise, wie das SRF-Nachrichtenmagazin «10vor10» am Freitagabend berichtet. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 80 gewesen.

Die betroffenen Gemeinden müssten demnach zusammen 33 Personen aufnehmen. Fünf Gemeinden haben Beschwerde eingereicht, drei Gemeinden haben noch gar keine Asylbewerber aufgenommen.

Jene Gemeinden, welche die vom Kanton vorgegebene Zahl noch nicht erreichen, sind auf der Suche nach Wohnraum, um ihrer Aufnahmepflicht nachzukommen. Mit einer Ausnahme: Oberwil-Lieli. Die Stimmberechtigen der Gemeinde von SVP-Asylchef Andreas Glarner haben im Frühling beschlossen, sich von der Aufnahmepflicht freizukaufen.

Nimmt eine Gemeinde weniger Asylbewerber auf als vom Kanton vorgegeben, muss sie neu 110 Franken pro Tag und nicht aufgenommene Person bezahlen.

Susanne Hochuli (Grüne), die als Vorsteherin des Sozialdepartements bald aus dem Amt scheidet, wertet den Systemwechsel als Erfolg. Viele Gemeinden, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtling gewehrt hatten, hätten bessere Erfahrungen gemacht als erwartet. (cze)