Fussballcup

Aarau und Wohlen kämpfen zur gleichen Zeit ums Weiterkommen – warum das nicht alle freut

Vor fünf Jahren empfing der FC Wohlen den FC Basel im Schweizer Cup, damals gab es im Stadion Niedermatten einen neuen Zuschauerrekord.

Die attraktiven Cuppartien der Aargauer Vereine werden am Sonntag in einer Woche gleichzeitig ausgetragen. Der Sicherheit ist damit gedient, den Fans dagegen nicht.

«Es ist Tatsache! Wir haben im Sechzehntelfinal des Helvetia Schweizer Cup ein Traumlos erhalten und dürfen uns mit dem grossen FC Luzern messen! Zusammen sind wir stark – alle ins Stadion!» Das steht auf der Website des FC Wohlen, der am Sonntag in einer Woche um 16 Uhr im Stadion Niedermatten ein Cupfest erwartet.

Obwohl der Freiämter Verein mit dem FC Luzern einen attraktiven Gegner zugelost erhielt, ist FC-Wohlen-Präsident Alp Gürsu eine Woche vor dem Spiel nicht völlig glücklich. Grund ist die Ansetzung des Spiels: Wenn das Spiel in Wohlen am Sonntag um 16 Uhr angepfiffen wird, beginnt gleichzeitig auch die Cup-Partie zwischen dem FC Aarau und dem FC Sion im Brügglifeld.

FC Wohlen hätte lieber am Samstag gespielt

Das Spiel in Aarau wird live im Fernsehen übertragen, darum ist die Ansetzung fix. «Wir hätten deshalb lieber am Samstag gespielt», sagt Gürsu, «das war aber nicht möglich, weil dann auf der Sportanlage Niedermatten ein Leichtathletik-Anlass mit rund 600 Teilnehmern stattfindet.»

Als zweite Option hätte Wohlen gern am Sonntag gespielt, aber nicht gleichzeitig wie der FC Aarau. Auch das sei nicht möglich, sagt Gürsu, die Kantonspolizei habe dem Klub mitgeteilt, dass die Spiele aus Sicherheitsgründen gleichzeitig stattfinden sollten.

«Die Polizei will so offenbar verhindern, dass die Fans von Aarau und Luzern aufeinandertreffen», sagt Gürsu. Für den FC Wohlen sei die gleichzeitige Ansetzung nicht optimal: «So müssen sich die Aargauer Fussballfans zwischen den Spielen entscheiden und können nicht beide schauen. Es könnte sein, dass wir deshalb weniger Zuschauer am Spiel haben», sagt Gürsu.

Der Präsident hofft dennoch auf rund 3000 Zuschauer beim Cupspiel. 600 bis 800 Luzern-Fans dürften laut Gürsus Schätzung mit einem Sonderzug anreisen und von der Polizei beim Marsch vom Bahnhof ins Stadion begleitet. «Ich weiss nicht, wie gross das Polizeiaufgebot ist und wie hoch die Sicherheitskosten ausfallen werden, gehe aber davon aus, dass es ähnlich sein wird wie 2014 beim Cupspiel gegen den FC Basel.»

Vor fünf Jahren waren dem Freiämter Verein, der damals noch in der Challenge League spielte, laut Gürsu Kosten von rund 35 000 Franken entstanden. «Damals war das Budget des FC Wohlen aber noch höher, heute ist das eine beträchtliche finanzielle Belastung», sagt der Präsident.

Polizei: «Wir geben die Spielzeit nicht vor»

Roland Pfister, Sprecher bei der Kantonspolizei Aargau, sagt auf Anfrage: «Die Spielzeiten werden von den Vereinen und vom Fussballverband festgelegt, wir geben sie nicht vor.» Man sei mit den Vereinen im Gespräch, diese müssten ein Gesuch zur Durchführung eines Spiels stellen, das dann von der Polizei beurteilt werde.

«Im aktuellen Fall haben wir dem FC Wohlen mitgeteilt, dass es aus Polizeisicht optimal wäre, wenn die Cupspiele gleichzeitig stattfinden würden.» Dies, weil man in der Vergangenheit negative Erfahrungen beim Zusammentreffen von Fans des FC Aarau und des FC Luzern gemacht habe. Wie gross das Polizeiaufgebot in Wohlen sein wird, sagt Pfister nicht. Er hält jedoch fest: «Die Kantonspolizei wäre personell auch in der Lage, die
Sicherheit zu gewährleisten, wenn die Spiele nicht gleichzeitig stattfinden würden.»

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