Der Grosse Rat hiess das revidierte Dekret zu den Beiträgen an die Leistungen der Forstreviere ohne Gegenstimme gut. Geschlossen hinter die Vorlage stellten sich alle Parteien, von der SVP über die CVP bis hin zu den Grünen.

Es sei unbestritten, dass die Entschädigungen für die Forstreviere bescheiden nach oben angepasst werden müssten, hiess es unisono. Dafür sei es höchste Zeit, auch wenn der Kanton sparen müsse.

Es bestehe ein Handlungsbedarf, weil die Holzpreise gesunken seien. Die meisten Forstbetriebe würden rote Zahlen schreiben. Die Fraktionen SVP und SP kritisierten den Regierungsrat, dass es zu viele Jahre gedauert habe, bis die vom Grossen Rat geforderte Revision des Walddekrets vorgelegt wurde.

Bislang sind Leistungen der Forstbetriebe von 450'000 Franken pro Jahr nicht gedeckt, wie der Regierungsrat in seiner Botschaft festhält. Die Waldeigentümer müssen diese Kosten selbst tragen.

Im Vergleich mit anderen Kantonen fallen die Revierbeiträge im Aargau tief aus. In den Nachbarkantonen werden die Holzanzeichnung sowie die Überwachung der waldbaulichen Massnahmen auf der gesamten Fläche sowie die Öffentlichkeitsarbeit als hoheitliche Aufgabe anerkannt und entschädigt.

Geld für Öffentlichkeitsarbeit

Daher sollen die Entschädigungen im Aargau pro Hektare Wald von 10 auf bis zu 25 Franken erhöht werden. Es handelt sich dabei um Waldflächen im öffentlichen Eigentum. Für Privatwälder steigt diese Pauschale von 15 auf 22 Franken.

Das Parlament verbessert auf Antrag des Regierungsrats auch die Öffentlichkeitsarbeit für den Wald. Diese Arbeit wird mit 2 Franken pro Einwohner in der Gemeinde finanziert. Eine Gemeinde erhält jedes Jahr höchstens 10'000 Franken. Der Kanton rechnet mit Mehrkosten von 530'000 Franken.

Reaktion auf VolksinitiativeMit der den höheren Entschädigungen setzt der Grosse Rat politische Vorstösse aus dem Grossen Rat um. Gleichzeitig reagiert auf kantonale Volksinitiative "JA! für euse Wald". Das Volk entscheidet am kommenden Wochenende über die Initiative.

Der Regierungsrat und der Grosse Rat lehnen das Begehren ab. Der Kanton soll dazu verpflichtet werden, vertraglich festgelegte "besondere Leistungen" der Waldeigentümer zu finanzieren.

Das Begehren verlangt, dass der Kanton pro Einwohner und Einwohnerin jährlich einen Beitrag von mindestens 25 Franken entrichtet. Das ergibt einen Gesamtbetrag von 16,4 Millionen Franken pro Jahr - rund ein Prozent der Kantonssteuern.