Abstimmungsparole

Aargauer Freisinnige lehnen die Energiestrategie 2050 deutlich ab

Die Freisinnigen machen ihrem Präsidenten Matthias Jauslin kein Geschenk zum Abschied – und sagen klar mit 110 zu 16 Stimmen Nein zur Energiestrategie.

Die Freisinnigen machen ihrem Präsidenten Matthias Jauslin kein Geschenk zum Abschied – und sagen klar mit 110 zu 16 Stimmen Nein zur Energiestrategie.

Die Freisinnigen machen ihrem Präsidenten Matthias Jauslin kein Geschenk zum Abschied – und sagen klar mit 110 zu 16 Stimmen Nein zur Energiestrategie. Zur Freude seines einstimmig gewählten Nachfolgers: Lukas Pfisterer hat sich bereits im Vorfeld gegen die Energiestrategie ausgesprochen.

Der Spalt geht mitten durch die Partei: Die Energiestrategie 2050 vermag die Freisinnigen in zwei Lager zu trennen. Auf nationaler Ebene entschieden wenige Stimmen für die Ja-Parole. Dass die Meinungen auch in der Kantonalpartei auseinandergehen, stand schon seit längerem fest.

Pfisterer neuer FDP-Präsident

Pfisterer neuer FDP-Präsident

Die FDP des Kantons Aargau hat ein neues Oberhaupt: Lukas Pfisterer wurde gestern zum Nachfolger von Matthias Jauslin gewählt.

Umstrittenstes Traktandum am Parteitag vom Donnerstagabend im voll besetzten Saal des Wohler Chappelehofs deshalb: die Parolenfassung zur Energiestrategie.

«Keine Planwirtschaft» 

Die Bühne überliessen die Aargauer Freisinnigen aber vorerst auswärtigen Protagonisten. Angesichts der Meinungsvielfalt in der Partei habe man vermeiden wollen, dass FDP gegen FDP antrete, begründete Präsident Matthias Jauslin diesen Entscheid.

Der designierte FDP Aargau Parteipräsident Lukas Pfisterer zusammen mit seinem Vorgänger Matthias Jauslin.

Der designierte FDP Aargau Parteipräsident Lukas Pfisterer zusammen mit seinem Vorgänger Matthias Jauslin.

Im Anschluss an das Podium, auf dem je zwei Befürworter und Gegner diskutierten, meldeten sich dann auch die Aargauer FDPler zu Wort – und machten rasch deutlich, dass sie in der Energiefrage anderer Meinung sind als ihr abtretender Präsident Jauslin, der sich in der Debatte zurückhielt. Die Redner aus dem Publikum sprachen sich fast ausschliesslich gegen die Vorlage aus. Stellvertretend für viele Anwesende sagte Grossrätin Renate Gautschy: «Wir brauchen keine Planwirtschaft.»

Entsprechend deutlich fiel das Ergebnis der Abstimmung aus: Mit 110 zu 16 Stimmen bei 4 Enthaltungen fassten die Freisinnigen die klare Nein-Parole.

Abstimmung zum Energiegesetz: Darum geht es

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Pfisterer einstimmig gewählt

Die Spaltung der Partei in der Energiefrage widerspiegelt sich auch in den Positionen des neuen und des alten Präsidenten. Während sich der abtretende Matthias Jauslin für die Vorlage ausspricht, kündigte sein Nachfolger Lukas Pfisterer schon an, dagegen zu sein.

Der Verabschiedung des Ersteren und der Wahl des Letzteren tat diese Meinungsverschiedenheit allerdings keinen Abbruch. Pfisterer wurde einstimmig gewählt, Jauslin mit Standing Ovations verabschiedet.

Lukas Pfisterer wurde zum neuen FDP Parteipräsident Aargau gewählt.

Lukas Pfisterer wurde zum neuen FDP Parteipräsident Aargau gewählt.

Leichtes Spiel hatte FDP-Grossrätin Martina Sigg, die ihre Parteikollegen von einem Nein zur einzigen kantonalen Abstimmung am 21. Mai überzeugen wollte. Dann wird über die SP-Initiative «Bezahlbare Krankenkassenprämien für alle» entschieden, die Haushalte, die mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben, Anspruch auf Prämienverbilligung gewähren will.

Sigg warnte vor 68 Millionen Franken Mehrkosten und bat ihre Parteikollegen um Ablehnung. In dieser Frage herrschte wieder Einigkeit unter den Freisinnigen: Einstimmig beschlossen sie die Nein-Parole.

Autor

Manuel Bühlmann

Manuel  Bühlmann

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