Umfrage

Aargauer geniessen trotz Corona die Sonne – das sagen sie

Das schöne Wochenende lockte trotz Corona-Empfehlungen nach draussen, wie ein Augenschein zeigte. Die Polizei zieht am Montag Bilanz.

Schon am Freitag richtete die Kantonspolizei Aargau auf Twitter einen klaren Aufruf an die Bevölkerung: «Im Hinblick auf das sonnige Wochenende meiden Sie bitte beliebte Ausflugsziele und Menschenansammlungen. Wir zählen auf Eigenverantwortung und Vernunft. Die gezielten Kontrollen werden am Wochenende verstärkt. Bleiben Sie gesund.» Doch haben sich die Aargauerinnen und Aargauer daran gehalten?

Gestern Sonntagabend konnte die Kantonspolizei noch keine Bilanz darüber ziehen, wie oft die Regeln im Kanton am Wochenende übertreten worden sind. Das werde heute Montag kommuniziert, wie ein Mediensprecher auf Anfrage sagte. Gegenüber dem «Regionaljournal Aargau Solothurn» liess die Polizei verlauten, dass es am Samstag und Sonntag zu vielen Meldungen gekommen sei und die Polizei bis am frühen Sonntagabend diverse Bussen und Wegweisungen ausgesprochen habe. Aber auch hier: Details gibt die Polizei erst heute bekannt.

Nach wie vor mahnt die Kantonspolizei die Bevölkerung, zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Coronavirus zu Hause zu bleiben und die Abstands- und Hygieneempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) einzuhalten. Ein Augenschein in verschiedenen Regionen des Kantons zeigte indes, dass am Sonntag viele Leute das schöne Wetter zur Freizeitgestaltung an der frischen Luft genutzt haben. Velofahren oder Inline-­Skate-Touren waren in der Region Aarau hoch im Kurs und Familien waren im ganzen Kanton an der frischen Luft unterwegs. Sie geben zwar an, die Abstandsregeln einzuhalten, aber auch, dass sie Bewegung und Begegnungen draussen suchen und brauchen. Eine Ausgangssperre lehnen die Befragten deshalb ab.

Das ergab unsere Umfrage:

Cindy, Alexander und Sasha Populoh aus Aarau: «Unseren Ausflug an Ostern haben wir natürlich abgesagt»

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«Wir Erwachsene können gut zu Hause bleiben, aber wenn du ein Kind hast und keinen Garten, in dem es seine Energie etwas abbauen kann, dann musst du schon einmal am Tag für ein paar Minuten aus dem Haus. Wir hatten einen Ausflug geplant an Ostern und haben diesen inzwischen natürlich abgesagt. Man muss Rücksicht nehmen auf die Mitmenschen. Die Leute müssen sich der Gefahr mehr bewusst werden.»

Laura (aus Olten), Noemi (aus Mümliswil SO), Anna (aus Schönenwerd): «Was wollen die Leute jetzt noch überhaupt im Tessin?!»

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«Wir sind zum Teil seit drei Wochen nur zu Hause, da mussten wir einmal kurz raus. Und jetzt sind wir zum ersten Mal im Leben am «Brötle» – da sieht man, was Corona aus einem macht. Osten werden wir wahrscheinlich zu Hause bei unseren Familien verbringen, allenfalls kurz laufen oder Velo fahren gehen. Verreisen sollte man dann wirklich nicht. Was wollen die Leute jetzt noch überhaupt im Tessin?!»

Nicole, Dominik (beide aus Härkingen SO) und Sabrina (aus Kölliken): «Eine Ausgangssperre würde die Menschen wohl wütend machen»

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«In der Freizeit ist es leicht, den nötigen Abstand zueinander zu halten. In der Arbeit hingegen nicht immer. Wir versuchen, vorsichtig zu sein. Bei Velofahren geht es ja ganz gut, die meisten sind heute ja mit dem Velo unterwegs. Der «Lockout» muss verlängert werden, finden wir. Die Zahl der Infizierten ist ja noch nicht zurückgegangen. Eine komplette Ausgangssperre würde die Menschen aber wohl ziemlich wütend machen.»

Sohn Mario und Vater Robert Juras aus Fislisbach: «Wir meiden strikt andere Menschen oder andere Gruppen»

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«Ja, wir hätten auch in unserer Wohngemeinde Fislisbach an die frische Luft gehen können, aber dort gehen langsam die freien Plätze aus. Wir halten die 2-Meter-Regel strikt ein und meiden andere Menschen oder Gruppen. Wir hoffen, die Menschen halten sich die Vorgaben des Bundesrats. Eine Ausgangssperre wäre für uns sehr schlimm. Es muss möglich sein, das Zuhause hin und wieder zu verlassen.»

Nadja Denzler aus Killwangen und Alex Estruga aus Neuenhof: «Leider halten sich nicht alle Jungen strikt an die Verhaltensregeln»

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«Als Paar sind wir froh, Zeit in an der frischen Luft zu verbringen. Damit wir das tun können, sehen und treffen wir ausser unserer Familie eigentlich niemanden mehr. Eine Ausgangssperre wäre schlimm, jeder Mensch braucht ein bisschen Freiheit. Wir halten uns aber strikt an die Regel, was man leider nicht von allen Jungen sagen kann. Die sind dann halt selbst schuld, wenn sie das Virus einfangen.»

Jörg Säurich und Petra Öelers aus Birr: «Es ist gut, zu sehen, dass sich die meisten an die Regeln halten»

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«Wir sind von Birr nach Baden gekommen, um einen lokalen Bäcker zu unterstützen. Jetzt geniessen wir die Aussicht von der Ruine Stein, halten aber strikt Abstand von anderen Menschen, geschweige denn Gruppierungen. Es ist gut, zu sehen, dass sich offenbar die meisten Menschen an die Regeln halten. Wenn die Ausgangssperre kommen würde, hätten wir immerhin noch einen Garten.»

Stephan Ciciliani aus Büren SO: «Die Kirchen sollten zu Ostern wieder öffnen dürfen»

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«Kleine Geschäfte, Beizen oder Coiffeure sollten nach und nach wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen. Es geht da um viele kleine Existenzen. Was ich nicht gut finde, ist, dass die Kirchen geschlossen sind. Zu Ostern wäre es schön, wenn diese wieder öffnen dürften. Gerade in kleineren Kirchgemeinden ist es kein Problem, während des Gottesdienstes den Mindestabstand zum Nachbar einzuhalten.»

Lucia Mundjer aus Basel: «Der Lockdown macht mir nichts aus – ich habe meinen Balkon»

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«Dass derzeit alles geschlossen hat, macht mir nichts aus. Wenn ich nach draussen will, dann setze ich mich einfach auf meinen Balkon. Über Ostern wäre ich nicht verreist. Meine Eltern wollten eigentlich zu meinen Grosseltern nach Kroatien über die Ostertage. Sie bleiben jetzt aber natürlich zu Hause. Für mich ist das positiv; so bin ich über die Feiertage nicht alleine daheim.»

Julian Müller aus Frick: «Ich nehme persönliche Abstriche für die Gesundheit in Kauf»

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«Dem Lockdown stehe ich zweigeteilt gegenüber. Er ist zwar nicht gut für die Wirtschaft, die Gesundheit der Bevölkerung ist jedoch wichtiger. Dafür nehme ich persönliche Abstriche in Kauf. Obwohl ich schon mal wieder gerne mit Freunden in den Ausgang – wie etwa in eine Bar oder in ein Restaurant – gehen würde. Positiv ist, dass ich mir durch das Homeoffice den Arbeitsweg spare.»

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