Parteitag
Aargauer Grüne diskutieren Frickers Rücktritt – und schweigen dazu

Es habe eine offene Diskussion stattgefunden, sagt Parteipräsident Daniel Hölzle am Tag nach der Parteiversammlung der Grünen Aargau. Was genau zum Fall Fricker gesagt wurde, sei aber Interna.

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Der Aargauer Grünen-Nationalrat Jonas Fricker zieht die Konsequenzen aus einem Votum zu Auschwitz im Nationalrat und trat zurück. (Archivbild)

Der Aargauer Grünen-Nationalrat Jonas Fricker zieht die Konsequenzen aus einem Votum zu Auschwitz im Nationalrat und trat zurück. (Archivbild)

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Die Grünen haben am Parteitag am Dienstagabend den Rücktritt von Nationalrat Jonas Fricker diskutiert. Jonas Fricker trat zurück, nachdem er vor drei Wochen im Nationalrat den Transport von Schweinen mit der Deportation von Juden verglichen. Die Aargauer Grünen setzten darauf hin die Diskussion des Falls auf die Traktandenliste. Diese fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

«Diese Diskussion hat für uns als Partei eine grosse Wichtigkeit», schrieb Grünen-Präsident Daniel Hölzle vor dem Parteitag. Die Debatte werde aus verständlichen Gründen nur offen geführt, wenn die Parteimitglieder unter sich seien. Aus diesem Grund habe der Vorstand beschlossen, diese Versammlung ausnahmsweise unter Ausschluss der Medien durchzuführen.

Es habe eine offene Diskussion stattgefunden, sagt Parteipräsident Daniel Hölzle am Tag danach. «Wir haben eine Auslegeordnung gemacht.» Es seien aber keine Beschlüsse gefallen. Deshalb gebe es nichts nach aussen zu kommunizieren. «Das sind Interna», so Hölzle. Klar ist: Nicht alle Parteimitglieder waren für einen Rücktritt. Vorstandsmitglied Christian Keller etwa hat sich kurz nach dem Fall klar dagegen ausgesprochen. (az/nla)

Jonas Frickers Werdegang von 2002 bis heute:

Jonas Frickers Werdegang in Bildern
12 Bilder
Von 2002 bis 2006 sass Fricker für das team baden im Einwohnerrat der Stadt Baden.
Jonas Fricker bei den Grossratswahlen am März 2009 in Aarau. Von 2007 bis 2010 war er Ratsmitglied. Von 2005 bis 2009 war er zudem Parteipräsident der Grünen im Kanton Aargau.
Jonas Fricker gratuliert der neugewählten Regierungsrätin Susanne Hochuli am 30. November 2008 im Grossratsgebäude. Hochuli machte sich für den Badener stark, als er 2015 für das Nationalratsmandat kandidierte. Sie schrieb: “Ich unterstütze Jonas Fricker, weil die Nachhaltigkeit für ihn kein Schlagwort, sondern gelebte Realität ist – in der Familie, im Beruf, in der Politik. Wir brauchen im Bundesparlament Politikerinnen und Politiker, die im Grossen wie im Kleinen immer das Ganze im Auge haben.“
Von 2011 bis 2013 lebte Fricker mit seiner Familie in Amsterdam. Im Bild mit seiner Tochter und seinem Cousin Adrian Hunziker. Fricker ist seit 2011 verheiratet und hat mittlerweile drei Kinder.
Fricker hat an der ETH Zürich Umweltnaturwissenschaften studiert. Neben seiner politischen Laufbahn arbeitete er auch als Lehrer.
2015 kandidierte der Badener für den Nationalrat. Obwohl Irène Kälin aus Lenzburg auf dem ersten Listenplatz kandidierte...
...überrundete Fricker sie mit rund 3000 Stimmen.
Vorfreude: Der Grüne Jonas Fricker vor seinem ersten Tag als gewählter Nationalrat im Parlament.
Euphorie nach der Abstimmung vom 21. Mai: Die Befürworter des neuen Energiegesetzes freuen sich über den unerwartet deutlichen Abstimmungserfolg. Laura Curau (Kampagnenleiterin CVP), Alt-Nationalrat Ruedi Rechsteiner, Beat Jans (Nationalrat SP-BS), Roger Nordmann (Nationalrat SP-VD), Matthias Aebischer (Nationalrat SP-BE), Regula Rytz (Parteipraesidentin Gruene), Jonas Fricker (Nationalrat Gruene-AG), Stefan Mueller-Altermatt (Nationalrat CVP-SO), von links, und weitere Befuerworter der Energiestrategie 2050 jubeln nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnung, im Hauptquartier der Befuerworter der Energiestrategie 2050, am Sonntag, 21. Mai 2017 in Bern.
Jonas Fricker setzte sich auch für die Geschlechter-Gleichstellung ein: Hier während einer Protestaktion mit Maya Graf (Grüne) im Juni 2017 vor dem Bundeshaus.
«Die Menschen, die dort deportiert wurden, die hatten wenigstens eine kleine Chance zu überleben»: Jonas Frickers Rede im Parlament 28. September 2017

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Chris Iseli

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