Jagd

Aargauer Jäger schiessen so viele Wildschweine wie nie zuvor – Schäden gehen deutlich zurück

Die Schadensumme durch Wildschäden sank im Aargau letztes Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent. Nachtzielgeräte steigern die Effektivität auf der Jagd.

Die Aargauer Jagdstatistik für das Jahr 2019 zeigt eine enorme Reduktion der Wildschäden im Vergleich zum Vorjahr. Betrug die Schadensumme im Jahr 2018 noch 855'443 Franken, sank diese im letzten Jahr auf 566'804 Franken. Dies entspricht einem Rückgang von rund 34 Prozent. Damit einhergeht, dass die Jäger mit über 1937 erlegten Wildschweinen einen neuen Rekord an Abschüssen erreicht haben – im Jahr zuvor wurden 1045 Wildschweine erlegt.

Ein Grund für diese hohe Abschussquote liegt mitunter an den Nachtzielgeräten, welche die Jäger – mit Spezialbewilligung durch den Kanton – seit Januar 2019 verwenden dürfen. Martin Gerber, Vertreter des Bezirks Laufenburg bei Jagd Aargau, schätzt, dass etwa die Hälfte aller Jäger aus dem Bezirk Laufenburg auf die Wärmebildgeräte setzt. «Man kann nachts dadurch die Wildschweine besser lokalisieren, identifizieren, beobachten und einen präziseren Schuss setzen», sagt er.

Von den Abschusszahlen 2019 schwingen drei Bezirke aus der kantonalen Statistik nach oben heraus: Rheinfelden mit 461 (2018: 297), Zurzach mit 447 (266) und Laufenburg mit 440 (194) Abschüssen. Dahinter folgen Brugg mit 369 (180) und Aarau mit 139 (69). Auffällig bei der Betrachtung der Abschusszahlen nach Bezirken ist zweierlei. Erstens: Fast jedes zweite Wildschwein wird im Fricktal erlegt. Zweitens: Je südlicher die Bezirke liegen, desto weniger Abschüsse weisen sie aus. So verzeichneten die Bezirke Kulm und Muri keinen einzigen Abschuss. «Südlich der A1 kommen Wildschweine nur selten vor, grössere Wildschäden ereignen sich nur auf der nördlichen Seite», sagt Reto Fischer, Fachspezialist der Abteilung Wald beim Kanton.

Revier Zuzgen hat grössten Schaden pro Hektar

Setzt man die Summe der Wildschäden ins Verhältnis zur Grösse der Revierfläche, so steht das Revier Zuzgen im Bezirk Rheinfelden mit einem Schaden von 42,8 Franken pro Hektar mit Abstand an der Spitze. Dahinter folgen Bözberg-Süd (Bezirk Brugg, 28,4) und Siglistorf (Bezirk Zurzach, 28,0). Aufgrund der Kleinflächigkeit der Einheiten habe ein Vergleich der Schäden unter den Revieren jedoch nur eine bedingte Aussagekraft, sagt Fischer. «Eine Rotte kann in einer Nacht problemlos mehrere Kilometer zurücklegen, dabei eine Wiese verwüsten und wieder verschwinden – und niemand hat sie überhaupt gesehen.» Darauf verweist auch ­Gilbert Binkert, Obmann der im Revier Zuzgen zuständigen Jagdgesellschaft Chriesiberg.

Die drastischste Reduktion an Wildschäden kann der Bezirk Brugg vorweisen. Hier reduzierten sich die Schäden im letzten Jahr um rund 57 Prozent. «Wir haben den Jagddruck massiv erhöht», sagt Walter Gerber, damaliger Vertreter des Bezirks Brugg bei Jagd Aargau. Mit einer Schadensumme von 94 977 Franken liegt der Bezirk Brugg auf Rang drei der kantonalen Rangliste vor dem Bezirk Laufenburg, der Wildschäden in Höhe von 87 391 Franken (minus 39 Prozent) ausweist. Spitzenreiter mit 178 892 Franken ist der Bezirk Zurzach, der als einziger aus den Top 4 keine Reduktion verzeichnet (plus 12 Prozent). Auf Rang zwei folgt der Bezirk Rheinfelden mit 121 956 Franken (minus 29 Prozent).

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Autor

Dennis Kalt

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